Freitag, Dezember 31, 2010

Mittwoch, Dezember 29, 2010

Alle Vögel sind schon da

Mein Winter-Highlight ist wie jedes Jahr die Winterbeobachtung der Vögel in meinem Garten. Und natürlich habe ich auch dafür gesorgt, dass entsprechende Pflanzen in meinem Garten wachsen, die auch im Winter Früchte tragen und entsprechendes Futterangebot sind für Vögel. So sitzen zur Zeit Amseln sowohl in den Hagebutten tragenden Kletterrosen ( siehe Header) als auch in der Mispel. Wie ich bereits im Vorjahr beschrieben habe, hat es Jahre gedauert, bis Amseln die Mispeln als Nahrungsquelle angenommen haben. Jetzt streiten sie sich oft um das Futter.
Den Meisenarten, die zu den Körnerfressern zählen, mache ich allerdings immer Zusatzangebote...nämlich die üblichen Meisenknödel, die aber nicht nur von ihnen gerne angenommen werden, sondern auch besonders von den faulen Spatzen. Die würden bei genauem Hinschauen in meinem Garten durchaus noch Samen an den Stauden finden. Außerdem lebe ich ja glücklicherweise...noch...in einer strukturreichen Gegend, die sicherlich noch ausreichend natürliches Futter bietet, so wie NABU es sich für den Vogelschutz vorstellt.


Mit vollem Schnabel
 
"Nein, letztlich geht es um die Frage, welche Natur wir wollen. Eine Natur, die mehr einem Zoologischen Garten mit stets gefüllten Futterbehältern gleicht? Wie hilfreich ist überhaupt ein Aufruf zu unbegrenzten Fütterungen in einer Zeit, die weiterhin von hemmungslosem Flächen- und Strukturverlust in der Landschaft geprägt ist? Was hier als moderner Vogelschutz verkauft werden soll, ist in Wirklichkeit ein Rezept aus der Vergangenheit. Heute kann es nicht mehr überzeugen, das Füttern von Wildvögeln als geeignete oder gar vorrangige Maßnahme gegen eine zunehmend naturfremde Umwelt zu preisen."

Aber es gibt noch andere Vogelarten, die gerne mal hier an einem gedeckten Tisch vorbeischauen und dabei kräftig zulangen. Das gilt insbesondere für den Specht, der rasant die Meisenknödel zerhackt. Fett ist eben ein sehr energiereicher Nährstoff, der besonders in solchen Wintern wie diesem die kalten Tage besser überstehen lässt.




Und selbst einen der Eichelhäher habe ich an einer der Kugeln hängen sehen, aber leider nicht fotografieren können. Der passt genau auf, und merkt sofort, wenn er durch die Fensterscheiben beobachtet wird.




Kugelig
Meine Lieblinge sind im Winter die Rotkehlchen. Im Sommer sehe ich sie so gut wie nie, ich nehme an, dass die hier heimischen Exemplare sich lieber in ihren ursprünglichen Biotopen aufhalten, die es hier in der Umgebung glücklicherweise noch gibt (Das Rotkehlchen lebt ursprünglich in Auwäldern, Laub-, Misch- und Nadelwäldern, sofern die Krautschicht nicht zu dicht und eine reichhaltige Bodenfauna vorhanden ist. Es ist auch im Gebüsch, in Hecken und im Unterholz zu finden. Häufig lebt es in einem wassernahen Gebiet. aus Wikipedia)
Hier ist das Rotkehlchen kein Standvogel, sondern ein Teilzieher mit einem 'gemischten Zugverhalten'. Laut R. Pätzhold ( Neue Brehmbücherei) sind "überwiegend weibliche und junge Vögel" echte Zieher ; ein großer Teil der Sommerpopulation verlässt seine Brutgebiete , der Bestand insgesamt wird aber durch zuziehende Wintergäste aus dem Nordosten Europas ersetzt .Schade dass mein hübsches Rotkehlchenmännchen nicht erzählen kann, ob er standhafter Einheimischer ist oder ein Wintergast.



Pätzhold gibt auch Hinweise, wie die 'Hege eines Rotkehlchens im Winter' aussehen sollte.  Körnerfutter scheidet aus..ideal sind seiner Meinung nach 'getrocknete Beeren, Getreideschrot und Mehlwürmer'. Letztes Jahr hatte ich tatsächlich letzte mal angeboten, musste aber feststellen, dass sie tiefgefroren liegen blieben. Und wie man auf den Foto sieht, ist mein Rotkehlchenhahn durchaus nicht abgeneigt an Meisenknödeln zu naschen.

Dienstag, Dezember 28, 2010

...the weather outside is frightful...





Ich weiß, ich weiß...wilde Schwenks machen schwindelig....man möge mir das nachsehen. Schließlich ist es nicht so einfach, mit der linken Hand zu filmen und mit der rechten für Sammy Schneebällchen zu formen. Der Ton ist auch ein Brüller, ich klinge als ob ich asthmatisch wäre. Auch das möge man mir nachsehen, ich habe einen Halsinfekt.

Let it snow, let it snow, let it snow....
Frankieboys Song ( bei youtube durfte ich den nicht runterladen, also muss Kylie herhalten) spiegelt genau meine Stimmung wider, so singe ich gerne mit: Ich muss ja momentan nicht hinaus in die Arbeitswelt / Reisewelt und mich ärgern über verspätete oder gar ausfallende S-Bahnzüge,vereiste Flughäfen und Flieger, ungesalzene Autobahnspuren, verschneite Seitenstraßen,von Schneeschiebern verschüttete, geparkte Autos, kalte Füße, rutschige Fußwege...und ..und . So genieße ich die weiße Winterwelt mit meinem schneeverrücktem Wauwi Sammy oder auch die kuschlige Couch mit warmen Körnerkissen an den Füßen und Buch vor der Nase.
Hier scheint es nicht aufhören wollen zu schneien, gestern Nacht ist wieder Schnee gefallen, und auch heute Nacht ist welcher angesagt, außerdem nächtliche Tiefsttemperaturen von - 20°C. 
Bei einem Gang durch den Garten stellte ich fest, dass die Buchse unbedingt von ihrer Schneelast befreit werden müssen, sie brechen auseinander.
Buchskugeln brechen auseinander

Lorbeerblättrige Zistrose
Kalifornischer Baummohn
Mitleidig betrachte ich noch einmal die lorbeerblättrige Zistrose und den Kalifornischen Mohn...ein Härtetest für beide Gehölze.
Nur unsere Hauskiefer erstrahlt im weißen Winterkleid , einige Äste biegen sich allerdings auch erheblich unter der Last des Schnees.

Donnerstag, Dezember 23, 2010

Vereist

Das Wetter schlägt  eine neue Kapriole: Heute morgen konnte man die Treppen nicht betreten, es war höllisch glatt, der Gartenweg musste gestreut werden. Selbst Sammy mit seinen natürlichen Spikes machte seinen morgendlichen Gang nur sehr, sehr vorsichtig. Eigentlich sollte dieses Wetter schon gestern vormittag hier eintreffen, meinem letzten Arbeitstag vor den Ferien, glücklicherweise verspätete sich das Blitzeis.
Der Deutsche Wetterdienst schriebt: "Die Luftmassengrenze, die uns bereits seit Tagen viele
Probleme bescherte, liegt derzeit quer über Deutschland. In der polaren Kaltluft im Norden schneit es, im Süden ist die Luft so warm, dass die Niederschläge als Regen fallen. Aber dazwischen ist dann das gefährliche Glatteis." 

Das kann mal wohl so sagen, das glatte Eis überzog sogar die Knospen einer der tapfer dem Wetter trotzenden Rose...glasierte Rosen zum Weihnachtsfest.

Montag, Dezember 20, 2010

Wandertag

Die Wettervorhersage hatte sich geirrt, es gab kein Tauwetter, stattdessen fing der Tag wieder mit heftigem Schneefall an. Mein Ehemann hat schon Urlaub und wollte mich netterweise zur nächstgelegenen U-Bahn in den Wedding fahren, um zu vermeiden, dass ich heute morgen wieder stundenlang auf dem hiesigen S-Bahnhof stehen muss bis eine Bahn kommt.
Aber auch hier erwartete uns ein Stau der Berlin-Pendler, wo wir uns in die Schlange der Autofahrer einreihen durften. Für eine Strecke, die man in normalerweise 20 Minuten zurücklegt, brauchten wir fast eine Stunde. Und ich musste ja anschließend noch weiter, zum Treffpunkt mit meinen Schülern kam ich dann schließlich mit zwanzig Minuten Verspätung an.

Unser Ziel war der Grunewald...und es war zwar kalt, aber herrlich dort:

Sonntag, Dezember 19, 2010

-17° Celsius

...und jede Menge Schnee. Jeder Schritt im Schnee knirschte als ich heute Morgen den Hund ausführte, dieser Winter übertrifft eindeutig den des letzten Jahres und erinnert mich an den im Jahre 1978 als meine Schwiegereltern uns zu Weihnachten aus London im tief verschneiten West-Berlin besuchten und mit so viel Schnee und Kälte nicht viel anfangen konnten.
Und jetzt habe ich auch endlich herausgefunden, wie meine Videos  etwas schneller hochgeladen werden können, man muss die Bilder einfach nur per Kameraeinstellung komprimieren , dann geht's geschwind.  Giselas Ratschlag, das Kameradingschen bei der Aufnahme  zu stabilisieren indem man es irgendwo aufstellt, dürfte bei der Größe der Kamera schwierig sein, verwackeln geschieht verschärft bei der Zoomeinstellung, mit der ich auch die Wasserbüffel beim letzten Filmchen aufgenommen hatte.

Ich bin gespannt, wie meine subtropischen Gehölze diese Temperaturen überstehen werden. Immerhin haben wir ja eine fast dreißig Zentimeter dicke Schneedecke, die eine gewisse Isolation gegen Frost ist, außerdem stehen der Kalifornische Baummohn, die Zistrose und die Dreiblättrige Bitterorange in Hausnähe.
Und noch ein Filmchen, weil's so schnell geht;-)  Da flogen doch tatsächlich noch ein paar Gänse (?) gen Westen, die hatten wohl bemerkt, dass es jetzt hier richtig kalt wird.

Mittwoch, Dezember 15, 2010

Büffel im Schneetreiben



Gestern nachmittag kam der Winter wieder machtvoll zurück:. Nach einem Wochenende voller Schneematsch und Temperaturen über dem Nullpunkt fing es  wieder an zu schneien... es schneite, und schneite und sollte bis zum kommenden Morgen weiterschneien: Der richtige Zeitpunkt mein neues Spielzeug auszuprobieren, einen Mini-HD-Camcorder, so handlich wie ein Handy. Als Drehort/ Spazierort wählte ich das nahe liegende neue Ausflugsziel 'Schönerlinde Teiche' aus, seit ein paar Jahren ein Landschaftsschutzgebiet, wo Wasserbüffel und Koniks die Verbuschung aufhalten sollen. Ich hatte bereits darüber berichtet.
Eigentlich hatte ich vermutet die verschneite Landschaft ganz für mich alleine zu haben, aber es waren doch tatsächlich andere Besitzerinnen mit die Beißstatistik anführenden Hunderassen unterwegs...ich meine mit Schäferhund und Dobermann. Die wählen immer solche Wege.... wo man möglichst wenigen Menschen mit Hundephobie begegnen kann.
Während ich im Hundeauslaufgebiet Sammy unangeleint durch die Gegend wieseln lasse, führe ich ihn ansonsten lieber an der Leine. Man weiß nie, welcher Art von Hundebeitzern man begegnet.
Direkt auf dem Löwenzahnpfad war dann kein Mensch weit und breit, es fing schon an zu dämmern, der Schnee wirbelte im Wind, ich zog mir den Schal höher ins Gesicht.  Nur Sammy scheint  jede Art von Wetter zu gefallen, Hauptsache, er kann laufen, laufen,laufen...
Gleich zu Beginn meines Spaziergangs sah ich den Trupp von Wasserbüffeln unter ein paar Holunderbüschen dicht nebeneinander stehen. Man hätte sie auch übersehen können, so dicht war inzwischen der Schnee.
Ein Video mit diesem kleinen handygroßen Camcorder aufzunehmen ist mir ohne weitere Schwierigkeiten gelungen, das Ding dann jetzt hochzuladen, war dann aber gerade eine Abend füllende Aktion. Ich hatte die fünf Videosequenzen auf meinen Rechner geladen, und wollte sie dann wie die Fotos auch einfach hier uploaden....was aber kein Ende zu nehmen schien, so dass ich es abgebrochen habe, In einem zweiten Versuch habe ich ihn dann bei youtube geuploade, und will eine Sequenz nun hier einbetten (?)....aber auch hier will der Vorgang kein Ende nehmen. Ist das normal?

Sonntag, Dezember 12, 2010

Klimarelevanter Plumpudding,psychotroper Zwieback und sternförmige Spitzbuben

Vor Weihnachten widme ich mich immer gerne dem Backen, wie viele andere Gartenblogger auch; so entstand letzte Woche mein obligatorischer Christmas Pudding, der wie immer nur mit kleineren 'Verletzungen' aus seiner Puddingform herausoperiert worden konnte. Und wie jedes Jahr frage ich mich, wieso dieser Pudding-(Christmas Cake) laut meiner Rezeptquelle sage und schreibe (8) Stunden vor sich hindampfen soll. Ich habe dieses Jahr die Zeit auf die Hälfte reduziert, mal sehen,  wie seine Konsistenz ist. Gegessen wird der Plumpudding allerdings erst zu Weihnachten mit einem passenden 'Icing'.
Besonders ressourcenschonenend ist die Zubereitung dieses Puddings wirklich nicht, auch wenn man ihn 'nur' 4 Stunden auf der Gasflamme vor sich hinbrodeln lässt; allerdings frage ich mich schon, was in dieser Zeit chemisch-pysikalisch abläuft, wenn Fett, Trockenfrüchte, Zucker,Brotkrumen, Eier, Gewürze und Alkohol, Mehl, Orangen- und Zitronenschalen, geriebene Möhren oder Äpfel  vor sich hindampfen.

Neben Gewohntem, probiere ich gerne (für mich) 'neue' Rezepte aus. Eins fand ich in einem Heftchen mit Weihnachtsbäckerei, das die 'Märkische Allgemeine' aus Leserrezepten zusammengetragen hat: 'Harter Zwieback' wird das Weihnachtsgebäck von einer Leserin namens
I. Masuhr aus Wittstock/Dosse betitelt.  Endlich mal jemand, der nicht dieses fürchterliche 'Doublespeak' verwendet, sondern geradeheraus benennt, was einen erwarten wird.*grins*
Geriebene Haselnuss, gemahlene Nelken, Zimt und Muskatnuss
Das Gebäck hat Ähnlichkeit mit den italienischen 'Cantuccini', die sich ja bekanntermaßen (wie Zwieback auch) nur genießen lassen, wenn man sie in den Kaffee eintunkt.
Der Brandenburgische 'Harte Zwieback' hat es aber in sich, soll doch eine ganze (!) Muskatnuss hineingerieben werden. Ich liebe den Geschmack Muskatnuss, weiß aber sehr wohl von ihrer psychotropen Wirkung und  weiß auch, dass 'die Dosis das Gift macht.' Bisher verwendete ich Muskatnuss immer nur hauchfein und jetzt gleich eine ganze Nuss?
Harter Zwieback
Die von mir verwendete Nuss wog nicht ganz 2 g, laut meinem Giftpflanzenbuch soll es erst ab 5-30 g halluzinogene Wirkungen geben. Und bei einer Einnahme von 9 Teelöffeln Muskatsamenpulver pro Tag zeigte sich eine atropinartige Wirkung...in den Keksteig rieb ich nur drei Teelöffel voll ....
Das Rezept:

  • 250 g Zucker
  • 250 g Mehl
  • 250 g Haselnüsse
  • 1 geriebene Muskatnuss
  • 1 TL gemahlene Nelken
  • 1 TL Zimt
  • 3 Eier 
Vor ein paar Wochen hatte ich U. Pollmers Buch' Opium fürs Volk' gelesen , also suchte ich mir auch das noch mal aus meinem Bücherschrank und las nach, was die ätherischen Öle der Nuss Elemecin und Myristicin so im Körper bewirken. Diese Öle ( Allybenzole) verwandeln sich erst mit Hilfe der Leber mit Hilfe körpereigner Enzyme in Amphetamine...ähnlich übrigens auch wie das in Gewürznelken enthaltene Allylbenzol Eugenol, die ja auch in meinem harten Zwieback enthalten sind.
Ich zitiere: ' Aus Myristicin bildet sich eine Verbindung namens 3-Methoxy-4,5-methylen-dioxy-Amphetamin, kurz MMDA. Dieses Molekül sieht dem Ecstasy äußerst ähnlich. Elemecin verwandelt sich in das 3,4,5-Trimethoxyamphetamin, kurz TMA. Es gleicht dem Kaktushalluzinogen Meskalin'....

Na, dann fröhliche Weihnachten. Die Kekse schmecken übrigens wirklich gut, mein Mann dippt sie schon fleißig in den Adventskaffee. Ich habe uns für Weihnachten eine Flasche Vin Santo eingekauft, weil ich mir das geschmacklich sehr gut zusammen mit unserem Brandenburgischem Zwieback vorstellen kann. Was passiert aber wohl erst in meiner Leber, wenn MMDA und TMA auf Alkohol treffen..au weia...?
'MMDA has been shown to act as a non-neurotoxic serotonin releasing agent with no effects on dopamine release and probably norepinephrine release as well,[1] and as a 5-HT2A receptor agonist.[2] The latter property is responsible for its psychedelic effects, whereas the former mediates its mood-lifting and empathogenic effects.'
(I prefer the mentionned latter effects *grins*)
Nervenkekse à la Hildegard von Bingensind mit Vorsicht zu genießen!
Die Spitzbuben hatte ich schon letzte Woche zubereitet, auch aus dem Rezeptheft der bereits genannten Zeitung, wo sie auch so genannt werden oder als 'Hildabrötchen'. Beides sind Mürbeteigkekse, bei denen 2 oder 3 Stück mit Marmelade aufeinander geklebt und mit Puderzucker bestreut werden.
Psychotrope Wirkungen sind hierbei wohl nicht zu erwarten, auch wenn die Füllung mit Glühwein gefertigt wurde. Alkohol verdunstet...als Aromastoffe wurden allerdings Sternanis und Zimt verwendet...??? Laut Pollmer ebenfalls 'Opium für's Volk.'
Aber wie kommen die fantasievollen Namen für diese Kekse zustande? Die sehen doch weder nach Spitzbube aus noch haben sie Ähnlichkeit mit Hilda, welcher Hilda überhaupt?
Einen fröhlichen dritten Advent wünsche ich!

Mittwoch, Dezember 08, 2010

Und jetzt....?

....fragt Torsdag und vermutet mich samt Hund und Katz auf der Couch. Schließlich sind wir inzwischen schon mitten im Dezember ohne dass ein Posting von mir erschien.  Ich kann mitteilen, dass Torsdag irrt, Hund und Gärtnerin liegen zwar durchaus gerne auf der Couch, sind aber momentan extrem beschäftigt.  Kaum bin ich von meiner Broterwerbstätigkeit zurück, schnappe ich mir mein Energiebündel Sammy und ziehe mit ihm bis zum Dunkelwerden durch die Brandenburgische Pampa. Mensch und Hund brauchen das, allerdings ist es bereits so trübe und grau draußen, dass zum Fotografieren das  Licht nicht so recht ausreicht. Mit dem meterologischen Winter am ersten Dezember ist hier der Winter mächtig eingezogen, es gab hier mit -13°C die seit Wetteraufzeichnung tiefsten Temperaturen für den Dezemberbeginn.


Im Hundeauslaufgebiet war das gefühlte sibirische Kälte, denn der Wind pfiff mächtig über die Felder. Inzwischen hat sich das Wetter etwas beruhigt, die Temperaturen sind wenig unter Null Grad.


 Und nach dem obligatorischen Laufprogramm, war ich in den letzten Wochen extrem PC- abstinent, ich habe mir höchstens mal während meiner sich an den Hundespaziergang anschließenden obligatorischen Schreibtischarbeit bei Ipernity hübsche Bildchen angeschaut und hin und wieder ein Auge auf andere Gartenblogs geworfen.  Erstaunt hat mich dort übrigens, dass es Bloggerinnen gibt, die ihre Kommentarfunktion eliminiert haben mit der höflichen Entschuldigung/Erklärung mit eigenen Kommentaren bei anderen nicht mehr nachkommen zu können. Das hat mich dann doch sehr irritiert und mir zu denken gegeben.

Der Kater hat übrigens auch nicht die Couch als Lieblingsplatz auserkoren, sondern  unseren Küchentisch, der direkt an die Fensterbank anschließt..Durch einen Spalt steigt dort die Heizungsluft in seinen Pelz auf! Ein entsprechendes Foto wird bei Bedarf nachgereicht.
Und auch Kater Dooley besteht auf täglichen Inspektionen des Gartens und des Nachbargeländes.

Sonntag, November 14, 2010

Laues Lüftchen

Schon bei Sonnenaufgang maß mein Außenthermometer 10°C, für den morgendlichen obligatorischen Hundespaziergang hatte ich mich viel zu warm angezogen!


Arkenberge 2
 Kiessee nearby

Und es wurde dann im Laufe des Tages noch wärmer, geradezu frühlingshaft mit 16°C mitten im November. Ein Tag wie geschaffen für Gartenarbeiten: Abgeharktes Laub des Apfel- und des Mispelbaums vom Rasen ergibt eine wunderbare Abdeckung für das Hochbeet, auf dem immer noch Mangold, Radicchio, und Mizuma wachsen. Außerdem haben wir die Gartenmöbel endlich auseinandergebaut und in den Schuppen gestellt, d.h. GG hat auseinandergebaut, und ich habe die Kommandos erteilt. Trotz lauen Wetters will meine Wirbelsäule nicht so wie ich will, ich kann mich kaum drehen.


 Unsere Viecher benahmen sich auch so als ob sie der Hafer gestochen hatten, sie piesackten sich gegenseitig und Sammy stürzte ständig dem Kater hinterher in die Beete.
Arum italicum unter Korkenzieherhasel
Rosa woodsii

Myrtenaster

Lunaria rediviva
Mit meinem gut eingepackten verspannten Hals, habe ich dann aber etwas gequält die Fotos gemacht und die warmen Sonnenstrahlen genossen.

Hirschschädel( beim Pilze sammeln gefunden)

Donnerstag, November 11, 2010

Killerinstinkt erwacht

Wie man sich irren kann: Da hatte ich angenommen nach Jahren des Gärtnerns und als die Natur liebendes Wesen gelassen über Fraßspuren und Hinterlassenschaften diverser Gartenmitbewohner hinweg sehen zu können. Aber nachdem ich nun etliche Jahre großzügig die Aktionen des Dickmaulrüsslers am Zwergflieder hingenommen habe , ist es jetzt genug. Das Vieh hat sich offenbar ausgebreitet und wütet heimtückisch auch an weiteren Pflanzen .
"Oft fängt der Schaden eher unauffällig an, schreitet unbemerkt immer weiter fort. Schließlich erkennt man ihn und es ist schon fast zu spät." lese ich in diesem Link einer bekannten Gartensendung,
Ich hoffe, es ist für meine Bergenien und Heuchera noch nicht zu spät, die ich als pflegeleichten Blattschmuckstauden unter die Kiefer gepflanzt hatte und mich wunderte, wieso sie so vor sich hinmickerten. Nicht der erwachsene Käfer ist der eigentliche Schädling, sondern seine Larven, die an den Wurzeln fressen und damit natürlich die Stauden immens schädigen. Der Zwergflieder zeigt sich dagegen weitgehend unberührt von Dickmaulrüsslers Angriffen...bisher...
Außerdem verfügt Otiorhynchus ( sulcatus ?) über die wunderbare Fähigkeit sich parthenogenetisch zu vermehren, das heißt die Weibchen verzichten auf Sex, um je Weibchen dann mehrere hundert Eier am Grunde der Fraßpflanzen in humose Erde abzulegen! Die sind wirklich mit allen Wassern gewaschen! Und ich Dösbaddl reichere die Erde unter den betroffenen Pflanzen noch mit Kompost und bereite den Dickmaulrüsslerlarven auch noch ein weiches Wochenbett , weil ich zunächst vermutete, meinen Bergenien fehlt es an Nährstoffen.
Okay, Gegnerin erkannt...ich erkläre den Damen Dickmaulrüssler hiermit den Kampf! Allerdings dürfte dieser sich unter den momentanen Außenbedingungen schwierig gestalten, gibt es zwar pc-Bekämpfungsmethoden für den naturnahen Garten, die aber wohl weitgehend temperaturabhängig sind.
Als Mittel der Wahl werden Nematoden (Heterohabditis sp. bzw. Steinernema sp.)empfohlen, die aber Temperaturen von 15° C Bodentemperatur benötigen, um aktiv zu sein. Inzwischen soll es zwar auch Exemplare geben, die auch mit 8° C auskommen.
Die Larven des Käfer sind  bis in den Dezember unterirdisch tätig, d. h. sie sind dann im zweiten und dritten Larvenstadium und können dann am besten bekämpft werden können. "Anschließend folgt die Winterruhe und ab Februar schließlich der Übergang zur nächsten Entwicklungsstufe, dem vierten Larvenstadium."
Absammeln der adulten Käfer wird in den meisten Links als wenig Erfolg versprechend abgetan, sind die Käfer sowieso nachtaktiv und lassen sich bei der geringsten Bewegung abfallen.
Es gibt aber Fallen, die sich allerdings nur bis in den September einsetzen lassen...Käfer sind wechselwarme Tiere .
Was kann ich also momentan tun, um der unterirdisch gemeinen Tätigkeit der Dickmaulrüssler Einhalt zu gebieten?
Wermuttee gießen?
Was ist mit Neempräparaten?
Hat jemand Erfahrung mit den Biestern?

Hier ein wunderbares kleines Filmchen zur Biologie des Dickmaulrüsslers....den Schweizer Akzent der Sprecherin finde ich als Norddeutsche bezaubernd :-))

Freitag, November 05, 2010

Kryptophytisch


Jetzt habe ich sie endlich unter die Erde gebracht, damit der Frühling in meinem Garten so wird, wie ich ihn mag: blühend. Und damit es damit möglichst früh losgeht, hatte ich ein Angebot in der Zeitschrift 'Kraut und Rüben' wahrgenommen und mir im Mai das Krokuspaket '7 Lieblinge' der Firma Klare und Sackmann bestellt, das im Oktober ordentlich verpackt angekommen ist..
Enthalten sind in dem Paket
  * 30 Crocus ancyrensis- der Ankara-Krokus
    * 30 Crocus chrysanthus 'Cream Beauty'- der Kleine Krokus auch Balkan-Krokus  genannt
    * 10 Crocus chrysanthus 'Prins Claus'-der Kleine Krokus, auch Balkan-Krokus  genannt
    * 30 Crocus etruscus 'Zwanenburg'-der Toskanische Krokus oder Rosen-Krokus
    * 10 Crocus korolkowii -der Taschkent-Krokus
    * 10 Crocus sieberi 'Bowles White'-der Sieber-Krokus , auch Griech. Zwerg-Krokus genannt
    * 30 Crocus sieberi ssp. subl. 'Tricolor'- der griechische Dreiband-Krokus
Wie man unschwer erkennt, sind es alles kleinblumige Wildkrokusse, bzw. Farbauslesen. Mal sehen, ob alle aufgehen werden.Eigentlich sind das Krokusse zum Verwildern.
C. sieberi und C. chrysanthus gibt es bereits in meinem Garten, aber mit dem Verwildern hat das noch nicht so recht funktioniert ; die Blütenanzahl pro Zwiebel  vermehrt sich extrem langsam, bleibt also relativ konstant...so dass von Verwildern noch nicht gesprochen werden kann. Vielleicht liegt das ja am Standort, als Geophyten brauchen sie unbedingt Licht ( Ausnahme der Italienische Waldkrokus C. etruscus), der durchaus auch halbschattig an Gehölzrändern gedeihen soll.), vielleicht auch an einer bisher mangelhaften Nährstoffversorgung.Diesmal habe ich auch beim Pflanzen gleich eine Ladung Kompost mitgegeben, damit die jetzt austreibenden Wurzeln auch gleich Nährstoffe bekommen.
Schließlich ist für alle Geophyten , zu denen die Zwiebelpflanzen gezählt werden, die Ruhezeit vorbei. Sommer ist für sie eine ungünstige Jahreszeit ( Dürre, Lichtmangel)  in der sie verborgen ( v. gr. kryptos=verborgen) in der Erde überdauerten.
Wenn die Bodentemperatur auf mindestens 12°C abgesunken ist, fangen die meisten Blumenzwiebeln/-knollen an Wurzeln auszubilden. Deshalb verstehe ich immer nicht, wieso viele Gartencenter schon im August beginnen sie anzubieten. Steckt man sie dann in den Boden, darf man sich nicht wundern, dass sie einfach verfaulen. Unser Boden hat momentan trotz diverser Frostnächte immerhin noch 9°C.
Mein Sortiment an Wildtulpen haben ich auch vergrößert:
  • Tulipa humilis var. pulchella ( von Kölle) 'Persian Pearl'
  • Tulipa hageri splendens ( Kölle)
  • Tulipa sprengeri ( Von Fa. Treppens) 
Eine Freundin brachte mir dann Knollen (? )von Anemona  coronaria mit. Im alten C. Grunert lese ich allerdings, dass diese so merkwürdigen Teilchen Wurzelstöcke sind.  Diese Anemonen stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Westasien und sind schon seit -man höre und staune- seit Ende des 16. Jahrhunderts in unseren Breiten in Deutschland in Kultur. In meinem Garten bisher noch gar nicht, viellleicht sollte ich mich an die  Hinweise aus dem Gartenbaubuch ( von 1684!) von Eltsholtz in Berlin halten. Er schrieb:


Ich befürchte nämlich, dass sie den Winter nicht überleben, wenn ich sie einfach in den Garten auspflanze, schließlich bevorzugen sie die Garrigue, Feldfluren, Weinberge und Olivenhaine. Da ich damit nicht dienen kann, habe ich sie nach dem Vorquellen erst einmal in einen Topf gesetzt, der im ungeheizten Gewächshaus überwintern soll.
Anemona coronaria

Beim Hineinlegen stellte ich dann erst einmal fest, dass ich keine Ahnung hatte , wo oben und unten  an diesen klauenartigen Wurzelstücken ist. Ich hoffe, die Teile kommen klar mit meiner intuitiven Pflanzung!

Mittwoch, November 03, 2010

Mispel ....wirft ab

Da kündige ich so vollmundig an, den Vorgang der Laubverfärbung meiner Mispel zu dokumentieren, und da macht sie mir doch glatt einen Strich durch die Rechnung. Heute morgen schau ich aus dem Fenster, was sehe ich...sie hat alle Laubblätter über Nacht auf einmal abgeworfen. Ich frage mich, wieso mir das jetzt nach so langer Zeit erst heute zum ersten Mal auffällt.
Mispel am 30.10.2010
Aber auch mein Normalobjektiv an meiner Digi, hatte sich schon im Vorfeld ganz heimtückisch benommen....mal funktionierte es, mal erschien der Hinweis 'error 99'. Hatte ich zwar bereits vorher hier berichtet, habe Objektiv und Kamera aber auch noch nicht zur Reparatur gebracht. Immerhin kann ich hier noch ein paar Fotos des Wochenendes präsentieren, die die Mispel in ihrer wunderschönen Herbstfärbung zeigen, ein Foto der blattlosen Zustands des heutigen Morgens muss nachgeliefert werden, um 7:18 reicht das Licht noch nicht zum Fotografieren.

Mispel am 31.10.2010
Und dann einen Tag später im Abendlicht , fielen dann die ersten Blätter ....auf dem Foto links unten :-)!

Nachtrag um 7:57 Uhr: Jetzt ist es hell geworden, ich kann dann doch noch ein Foto nachliefern.  Die Mispel ist fast völlig entkleidet, dahinter wird die häßliche Wand unseres Anbaus sichtbar.
Mispel am 3.11.2010

Freitag, Oktober 29, 2010

Mein Oktobergarten

Herbst
                                          Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben. Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.
Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.
In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör' ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.
(Nikolaus Lenau)




'Mizuma'

Mangold
Rings ein Verstummen, ein Verfärben? Der Dichter ist herzlich eingeladen sich mein Hochbeet anzuschauen, aber Nikolaus Lenau ist ja bereits 160 Jahre tot, kann also das herbstliche Treiben meiner Gemüseabteilung nicht mehr begutachten.
Der asiatische Salat 'Mizuma', den ich noch im August gesät hatte, ist trotz diverser Frostnächte noch toppfit  und grasgrün und auch der Mangold  glüht im Herbstlicht.Beides immer noch eine Bereicherung für die Küche. Im August ausgesät war auch eine Reihe Löffelsalat, der aber nur mit einem unauffälligen Pflanzchen aufgegangen ist.
Zichorien

Außerdem noch gut dabei sind meine Zichoriensalate 'Puntarella Foglia Stretta '  und 'Grumolo Verde' beide im Frühjahr ausgesät, mehrfach geerntet, stehen sie für weitere Verwendung bereit.
 Mein 'Pumpkin on the Stick'  wurde vom Frost dahingerafft,ebenso wie die Chilipflanzen.
Aber nicht nur beim Gemüse gibt es Pflanzen, die noch einmal richtig aufdrehen. In einem schattigen Plätzchen blüht immer noch mein kleines niedliches Alpenveilchen 'Cyclamen hederifolium'.
Cyclamen und  Podophyllum delavayi
Und die Oktoberwaldrebe hat ihren duftigen Auftritt wie jedes Jahr im Oktober!





Clematis terniflora Syn. maximowicziana


Der Trichterfarn ist allerdings schon vornehm erbleicht, wie es sich für die Jahreszeit gehört. Errötet ist der zwergige Schneeball, und verändert täglich seine Schattierungen.








Frühlingserwachen zum ersten...zum zweiten...und zum dritten?

Endlich scheint der Frühling sich entschlossen haben doch noch ins Land zu ziehen. Die öden und deprimierenden Tage und Nächte des Kah...