Mittwoch, März 31, 2010

Dies Jahr wird scharf

Der Chili-Hype geht ja schon seit einiger Zeit durch die Gartenwelt, bisher hatte ich nur hin und wieder mal ein oder zwei Pflänzchen im Kübel gezogen -meistens die sibirische Hauspaprika- dieses Jahr wurde ich durch eine Kochsendung animiert mich mal ausführlicher mit der Welt der Gattung Capsicum ( Chili, Paprika und Peperoni) zu befassen. Das Netz ist voll mit Regieanweisungen zur Kultur der verschiedenen Arten und Sorten, so dass man reichlich Informationen findet.  Die Gattung Capsicum umfasst zwanzig verschiedene Arten, von denen fünf kultiviert werden.
  • Capsicum annuum : Annuum bedeutet zwar einjährig, doch sie ist tatsächlich mehrjährig und kann frostgeschützt auch so gezogen werden können. Hierzu gehören die meisten der scharfen Sorten und die Gemüsepaprika.
  • Capsicum baccatum : "Baccatum" bedeutet beerenähnlich, aber auch dieser Name ist irreführend, hier gibt es durchaus auch Sorten mit länglichen Schoten. Das wichtigste Merkmal dieser Art sind die grünlichen oder gelblichen Punkte auf den Blütenblättern. (Sortenbeispiele: Glockenchili, Peri-Peri)
  • Capsicum pubescens: 'Pubescens' heißt behaart , denn die Blätter sind behaart Die Blüten sind violett und sie haben große Früchte mit schwarzen Samen. Diese Art soll sogar Temperaturen bis minus 5°C aushalten.  ( Sortenbeispiele: Mexikanischer Manzano- Chili, peruanischer Rocoto-Chili)
  • Capsicum frutescens: Sie wächst strauchartig, was der Name 'frutescens' auch bedeutet.Die Blüten sind hier grünlich und sind ebenso wie die die Früchte aufrecht. (Sortenbeispiele: Zierpaprika, Tabasco)
  • Capsicum chinense: Der Name führt ebenfalls wieder in die Irre, denn die Art stammt wie alle anderen ebenfalls aus Süd- und Mittelamerika. Wikipedia schreibt' Wie auch bei anderen kultivierten Capsicum-Arten ist innerhalb der Art Capsicum chinense durch Domestizierung und die damit verbundene lange Selektion eine große Variabilität entstanden' Was wohl eine Erklärung lliefert, dass hier keine typischen botanischen Merkmale genannt werden können...naja vielleicht ist das eines: 'Die Blätter wirken oftmals zerknittert, was durch ein schnelleres Wachstum der Blattfläche im Vergleich zu den Blattadern hervorgerufen wird. Sowohl Blätter als auch Spross sind überwiegend unbehaart, nur selten ist eine kurze, dichte Behaarung zu finden.'(Wikipedia) Sortenbeispiele( Habanero, berüchtigt wegen seiner enormen Schärfe.) .
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Anfang März kamen dann meine bei der Firma Semillas La Palma bestellten Samen von der kanarischen Insel La Palma , die ich dann in meinem selbst hergestellten nachhaltigen, ressourcenschonenden Substrat  ;-) aussäte.  Es besteht aus gesiebter Komposterde, in der Mikrowelle sterilisiert, plus Sand. Die im Link genannte Firma beschreibt in wunderbaren Videosquenzen, wie sie dabei vorgeht. Unbedingt kritikwürdig finde ich hier aber die Verwendung von Torfsubstraten für die Anzucht.


Inzwischen sind meine Samen aufgegangen, wobei die Sorte 'Picon' erst in den letzten Tagen sehr zögerlich aufgegangen ist, Mal sehen, wie die sich in unseren Breiten entwickeln wird. Ich glaube, die lasse ich im Gewächshaus, da sie als lokale Sorte der Kanarischen Inseln beschrieben wird, aus der übrigens Mojo hergestellt wird.
Die anderen Sorten waren ohne die Samen vorzuquellen- wie in den Videos beschrieben- auf der Küchenfensterbank ruck-zuck aufgegangen und müssten jetzt pikiert werden,vor allem brauchen alle Sämlinge mehr Licht. Bei diesen Sorten handelt es sich um:
    Außerdem auf den Fotos zu sehen sind eine hoffentlich relativ braunfäuleresistente Tomatensorte 'Schwärzels Tomate' , bei Vern erstanden, und ein weiteres Nachtschattengewächs namens 'Solanum aethiopicum', ebenfalls von der bereits oben erwähnten Firma. Diese wie eine Tomate aussehende Aubergine hatte ich letztes Jahr auf der Landesgartenschau in Oranienburg im Topf bewundern können.



    Turkish Orange Aubergine

                                                               Solanum aethiopicum

    Sonntag, März 28, 2010

    Star-Catering

    Star-CateringDie letzten Meisenknödel müssen verbraucht werden, dieses Jahr hatten wir viel zu viele davon auf Vorrat gekauft. Die letzten wurden jetzt alle mit einem Mal aufgehängt und werden dankbar von einem Trupp Staren angenommen, die jeden Tag erscheinen und an den Bällen hängen. Sie kommen jedes Jahr ins Fließtal und nisten in den Baumhöhlen der vielen alten Bäume in der Umgebung. So wie sie 'reinhauen', werden sie die Knödel bald erledigt haben.





    Knödelmahlzeit

    Sonntag, März 21, 2010

    Undeutlicher Frühlingsanfang



    So wie meine Fotos , war der Frühlingsanfang gestern, ebenso wie die Ergebnisse meiner Aktivitäten im Garten: Undeutlich, verschwommen, lauwarm, unentschieden, verwaschen,angedeutet....
    Am frühen Morgen hatte ich mich trotz leichten Regens daran gemacht, den Apfelbaum zuende zu beschneiden und die Glyzine bekam ihren Spätwinterschnitt. Dann verstärkte sich der Regen, ich unterbrach meine Arbeit. Erst am Nachmittag hörte es auf zu regnen, es waren angenehme laue Temperaturen von 16°C, von Sonne allerdings keine Spur.
    Ich machte mich dann an den Staudenschnitt, begann mit meinem kalifornischen Baummohn, wobei mir dann einfiel, dass im Februar/März -wenn überhaupt- Wurzelschnittlinge gemacht werden könnten. Diesen Winter sind die überirdischen Triebe der Spiegeleipflanze im Vergleich zum Vorjahr ganz zurückgefroren, wie es unter der Erde aussah, ergaben dann meine 'Ausgrabungen'-alles in bester Ordnung.
    Romneya hat jetzt bereits den zehnten Geburtstag in meinem Brandenburger Garten überlebt: als ich mir sie kaufte gab es noch ganz wenige Informationen über sie in der Literatur, das ist inzwischen dank Internet inzwischen besser geworden.Über Romneya coulteri gibt es 11200 Einträge, noch mehr findet man dann unter dem Begriff Matilija Poppy, Spiegeleipflanze, Kalifornischer Baummohn oder Strauchmohn. Auch mit dem Zusatz- Wurzelschnittlinge- habe ich allerdings nicht einen Erfahrungsbericht zum Thema Vermehrung speziell dieser Pflanze gefunden, sondern nur sich ständig wiederholendes Wischi-Waschi über die Technik der Vermehrung über Wurzelschnittlinge.

    Also habe ich mir noch einmal mein altes GdS-Heft aus dem Jahre 1994 herausgekramt, in dem ein Herr Winkler in wunderbarer Ausführlichkeit über seine Versuche mit dem Kalifornischen Baummohn berichtet; er schreibt: " Ich buddle einen Seitentrieb nur an einem frostfreien Januartag an einer Stelle, wo zuvor ein Seitentrieb gestanden hatte, ein Loch und stoße zwangsläufig auf ein Stück der Wurzel. Diese schneide ich mit einem scharfen Messer in einer länge von ca. 5-7 cm ab und pflanze es sofort in einen kleinen Container mit sehr durchlässigem Substrat."
    Das habe ich ebenfalls getan, als Substrat habe ich schlichten Sand genommen, dem ich etwas von der Erde beimischte, in dem meine Romneya stand. In einem amerikanischen Webeintrag- leider ohne Fotos wird betont, wie schwierig die Vermehrung dieser Pflanze für Laien ist. Hilfreich fand ich den Hinweis "Indeed, much of the loss that occurs inhome propagation comes from this needless fussing."
    Also werde ich die Töpfe jetzt einfach nach leichtem Gießen unter dem Dachvorsprung abstellen und sich selbst überlassen...entweder es funktioniert, oder auch nicht!
    Bei Youtube habe ich noch diese fantastischen Aufnahmen gefunden. Hoffentlich werden die Blüten meines kalifornischen Traums auch wieder so schön werden. Wie macht man eigentlich solche Aufnahmen?

    Freitag, März 19, 2010

    Endlich, endlich

    Rast
    Den ersten echten Frühlingstag gestern mit sage und schreibe 17°C musste ich tatenlos an mir vorrüber gehen lassen, weil mein Arbeitsplatz mich nicht losließ.Heute durfte ich meine Krokusvielfalt dann bei den letzten Sonnenstrahlen dieses Tages doch noch begutachten. Inzwischen hat sich der Himmel bezogen und es tröpfelt vom Himmel.
    Elfenkrokusse
    Und meine teuren C. fleischeri blühen auch, letztes Jahr für eine Menge Euros gekauft, kommen tatsächlich alle Zwiebeln zur Blüte! Der Tauruskrokus stammt wie der Name unschwer erkennen lässt aus der West- und Nord-Türkei vor. Die Art wächst in der Eichen-Pistazien-Macchie auf offenen Felshügeln in Höhenlagen von 750 bis 1300 Meter.
    C fleischeri

    Mittwoch, März 17, 2010

    Romantisch

    Rosenromantik
    Auch wenn ich mir immer wieder einrede, dass ich diesem ganzen Gartenschnickschnack gegenüber immun bin, habe ich aufmerksam Elkes Beitrag gelesen und mich anschließend ebenfalls auf die Werbeaktion der Firma Aromantiko eingelassen. Mich selbst habe ich mit dem Argument überzeugt, dass man Seife schließlich immer gebrauchen kann, zumal sie gratis kam und dann tatsächlich auch intensiv nach Rosen duftete.
    Die Internetfirma gibt sich richtig Mühe, und so kam dass Geschenk dann vor über einer Woche liebevoll verpackt an.
    Ich habe mich mit meiner Teilnahme an dieser Werbeaktion verpflichtet- sehr unromantisch- innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt des Päckchens einen Beitrag zu schreiben, wobei 200 Wörter vorgegeben sind.

    Im InternetShop wird neben Rosenromantik auch Lavendel- und Engelromantik vertrieben.Manches ist so herrlich altmodisch, weil es Erinnerungen weckt, wenn auch sicher nicht in der vom Shopinhaber erwünschten Form. So fiel mir beispielsweise beim Anblick dieser Victory-Rose-Stoffmäppchen mein Geometrieunterrricht vor hundert gefühlten Jahren ein. Unsere Mathematiklehrerin wollte, dass wir unsere Zirkel, Lineal, Bleistift usw. in solch einem selbst genähtem Mäppchen aufbewahrten.
    Oder sollte ich mir vielleicht die nach Rosen duftende rosafarbene Tinte bestellen; vielleicht sind dann 3 Punkte unter eine Lernerfolgskontrolle geschrieben für manche meiner Schüler erträglicher , duftige Korrekturen prägen sich vielleicht auch nachhaltiger im Hippocampus ein?
    Wenn ich mich so in der Gartenbloggergemeinde umschaue, könnte ich mir vorstellen, dass viele der Bloggerinnen für solch 'Gedöns' -wie ich selbst ja auch- anfällig sein könnten, so dass der Shop sicherlich noch weitere Konsumenten finden wird. Viel Erfolg!


    Sonntag, März 14, 2010

    Trübe Stimmung

    Ringelreihen
    Die Winterlinge haben sich inzwischen trotz aller Widrigkeiten des Wetters aus dem Boden gedrängt und leuchten aus dem braunem Gartenbodenallerlei abgestorbener Blätter und Staudenreste heraus. Aber so richtig froh macht mich das nicht. Passend zum Wetter habe ich mir eine Halsentzündung samt Erkältung zugezogen, die mir doch glatt die Sprache verschlagen haben und den Schlaf raubten. So habe ich meinen Geburtstag gestern mit Tee und wärmendem Körnerkissen verbracht , mich dann aber doch noch nachmittags zum obligatorischen Hundespaziergang herausgequält...und ich muss sagen, das Atmen fiel mir draußen tatsächlich leichter.


    Ich wurde dann so mutig, dass sogar anfing endlich meinen kleinen Apfelbaum zu beschneiden. Schließlich musste ich ja meine Geburtstagsgeschenke ausprobieren,die neue japanische Säge für den Grünholzschnitt und einen Winkelsucher zur Makrofotografie.
    Kaukasisches Schneeglöckchen
    Die Blüten der Schneeglöckchen wie die der Winterlinge sind immer noch verschlossen, es fehlt eben das kleine bißchen Sonne. Vor drei Jahren hatte ich mir Galanthis caucasica von einem Staudenmarkt mit einem Blütchen im Topf mitgenommen...es hat sich inzwischen auf immerhin sechs Blüten vermehrt.
    Alle anderen Schneeglöckchen in meinem Garten sind vermutlich 'ordinäre' G. nivalis; so weit, dass ich nach Sorten suche, bin ich noch nicht. Wer will eigentlich diese Unzahl vorhandener Kultivare eigentlich unterscheiden, die beispielsweise auf dieser Seite aufgeführt sind?Schneeglöckchen
    Letztes Jahr um diese Zeit hatten auch schon die Märzenbecher geblüht, aber auch die sind noch weit zurück.
    Märzenbecher

    Und die Christ- und Lenzrosen warten ebenfalls auf etwas mehr Sonne und Wärme.Helleborus orientalis

    Mittwoch, März 10, 2010

    Herr und Frau Bergfink

    Bergfink, männlich

    Bergfink, weiblich
    Edith hat die Art zwar richtig bestimmt, nachzutragen ist allerdings, dass es sich bei dem von zwei Amseln begleitetem Fink des letzten Beitrags um eine Dame handelt. Die Herren Bergfinken hatte ich ja bereits als Trupp in einem vorangegangenem Beitrag vorgestellt.

    Sonntag, März 07, 2010

    Je länger der Winter, desto schöner die Gäste

    Distelfink ;-)

    Da war mal wieder etwas los in meinem Garten . Die Vogelwelt musste wohl Energie auftanken bei diesen frostigen Temperaturen draußen. Die Sonne wärmt aber durchaus schon-wie ich selbst bei dem obligatorischen Hundespaziergang feststellen konnte; und so setzte sich einer der Distelfinken, der uns immer besucht, auf einen Ast direkt vor meinem Fenster und sonnte sich regelrecht nachdem er sich am Futterspender versorgt hatte.
    Stieglitz ;-)

    Etwas später kam ein ganz ungewöhnlicher Gast zum Meisenknödel und bewies, der Frühling ist nicht mehr weit...sie sind wieder da die Stare. Allerdings sah ich heute nur diesen einen.
    Starknödel

    Hat er nicht ein schönes Gefieder, sein (ihr?) grün schillerndes Winterkleid mit hellen Federspitzen und dem Punktmuster auf Rücken und Brust ist einzigartig!Alle Vögel sind schon da...

    Am Ufer der dem Garten gegenüberliegenden Seite des Fließes hatten sich in der Sonne zwei Stockentenpärchen niedergelassen und dösten in der Sonne. Gut, dass Hund Sammy das nicht mitbekommen hat.Als das Fließ noch teilweise zugefroren war , ist er sogar im Eis eingebrochen, weil er kurz mal den Enten hinterherjagen musste. Mein Mann hat ihn dann gerettet...Seit dieser Zeit ist er vorsichtiger, ich hoffe, dass der Lerneffekt länger anhalten wird!Gut getarnt

    Dann werden wir sicher bald wieder kleine Entchen herumschwimmen haben, wie fast in jedem Jahr.
    Die Zwei vom Fließ
    Mein Sohn hat dann noch diesen Vogel mit der Kamera erwischt, zuerst hielt ich ihn für einen weiblichen Buchfinken, aber die gestreifte Stirn ließ mich dann zwiefeln. Also ihr Vogelkenner, was ist das denn für einer?
    Wer ist das ?
    Immerhin habe ich bei dieser Gelegenheit auch mal ein paar Amseln auf dem Chip, was mir bisher nicht vernünftig gelungen ist. Zwei Weibchen fraßen ohne Hader nebeneinander die von den Knödeln heruntergefallenen Reste vom Rasen..bzw, was vom letzteren nach dem langen Winter übrig geblieben ist.Unbekannt ?

    Baumschnittkurs und verhinderte Umsetzung des Erlernten


    Minus 8°C heute morgen, sonniges Wetter, kein Schnee.

    Gestern war ich mit einer Kollegin, die sich einen Kleingarten mit supertollen altem Obstbaumbestand zugelegt hat, bei einem Baumschnittkurs in der legendären Baumschule Späth. Im Link ist die wechselvolle Geschichte der Baumschule nachzulesen. In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhundert gehörte sie zu den größten Europas.
    "Die Baumschule war bis zur Wende das Zentrum der Baumschulbranche in der DDR. Während jener Zeit wurden viele Preise und Anerkennungen im In- und Ausland für Züchtungen aus Treptow gewonnen. Nach der Wende wurde der Betrieb unter Treuhandverwaltung gestellt. Diese sah zuerst die Liquidierung der Baumschule vor. Bemühungen um eine Rückübertragung an die Späth'schen Erben waren 1997 erfolgreich. Zusammen mit der Belegschaft konnte ein Neuanfang gemacht und das Überleben der ältesten Baumschule Deutschlands gesichert werden."

    Neben Theorie und Praxis des Gehölzschnitts gab der erfahrene Baumschulgärtner auch mit einigen Geschichten und Beobachtungen aus dem echten Leben einen kleinen Einblick in
    die Arbeit eines Baumschulgärtners in dieser globalisierten Welt, gekennzeichnet durch die Konkurrenz der Billiganbieter und des Internethandels, die Unkenntnis von Architekten mit seltsamen Anspruchsdenken über die Möglichkeiten der gesetzten Gehölze, und er berichtete über bereits erzielte Erfolge der Baumschule. So setzte die Firma u.a. den denkmalgeschützten Garten des Gästehauses der Bundesrepublik 'Schloss Meseburg' wieder instand.
    Der eine oder andere wird vielleicht sogar eine derGehölzzüchtungen dieser Baumschule im Garten haben. Bei mir steht die Fliedersorte 'Andenken an Ludwig Späth' am Fließ.



    Der Kurs war ein wenig sehr theorie- und selbstdarstellungsträchtig. Selbst der sog. Praxisteil verlief dann letzendlich so, dass die erfahrene Gärtnerin über Schneideutensilien referierte, die tollen Felco-Scheren des Fotos austeilte und uns ein wenig an kaninchenruinierten kleinen Bäumchen herumprobieren ließ, aber letztendlich dann doch selbst schnibbelte.


    Wir empfehlen einen Kurs, den inzwischen jeder Schüler absolvieren muss, zum Thema Methodentraining! ;-).. train the trainer...
    Trotz dieser kritischen Anmerkungen war der Kurs für mich ein Erlebnis, erfahrenen Gärtnern zuzuhören und diese zu erleben.


    Eigentlich hatte ich vor, das Erlernte gleich an meinem Apfelbäumchen auszuprobieren, aber die starken Frosttemperaturen zügeln meine Ungeduld. Der Baumschulgärtner Herr Zahn erzählte , dass seine Gärtner bei Temperaturen ab - 6° C die Schnittmaßnahmen einstellen, da der Frost über die Schnittstellen eindringen kann. Also lass ich es lieber vorläufig.

    Mittwoch, März 03, 2010

    ...und nachmittags kam die Sonne heraus

    Himmel so blau
    Kaum zu glauben, morgens war es kalt und grau und schneite ein wenig . Nachmittags zeigte sich dann tatsächlich die Sonne , lockte mich zu einem Spaziergang hinaus.In der Berliner Zeitung hatte ich gelesen, dass Herr Wowereit den Neubau der Gewächshäuser in der Botanischen Anlage in Blankenfelde (Pankow) eröffnet hatte. Die wollte ich mir anschauen und gleichzeitig den Park inspizieren, ob schon etwas blüht.





    Leider waren die Gewächshäuser geschlossen, so dass ich nur einen Blick durch die Scheiben auf blühende Kamelien und Orchideen werfen konnte. Schade eigentlich, es ist zwar Geld herbeigeschafft worden für den Neubau, Arbeitslohn für Gewächshausaufsichten war dann wohl nicht mehr drin.
    Neue Gewächshäuser
    An den Wegen kann man Skulpturen Berliner Künstler bewundern, leider sind sie ohne Titel und Namen des Künstlers ausgestellt. Ich finde sie absolut sehenswert und ungewöhnlich, blühende Krokusse und Schneeglöckchen waren weit und breit nicht zu sehen, mein ganzes Interesse galt dann diesen aus Stein gehauenen Figuren.
    Cool... calm.... and collected
    ein in Stein gehauener Drachentöter
    Drachentöter

    ein titanischer Himmelsträger?

    Schwere  Last

    ein in die Welt geworfenes Menschlein?

    Neugeboren

    Brunnen
    Die kleine Lise am Brunnen.

    (Frei nach dem Dänischen von Andersen)

    In den Grund des Brunnens schaut
    Lischen gar gedankenvoll;
    Was hier dieser Brunnen soll,
    Hat die Mutter ihr vertraut.

    »Meine Schwester sagte zwar,
    Daß der Storch die Kinder bringt;
    Wie verständig es auch klingt,
    Ist es aber doch nicht wahr.

    Nein, das macht sie mir nicht weiß
    Mutter, wie ich sie gefragt,
    Hat es anders mir gesagt,
    Mutter, die es besser weiß.

    Aus dem Brunnen holt bei Nacht
    Sie die weise Frau allein,
    Die hat jüngst das Brüderlein
    Aus dem Brunnen uns gebracht.

    Vor fünf Jahren schlief ich auch
    Hier im Brunnen, wundersam,
    Bis sie mich zu holen kam
    Nach dem hergebrachten Brauch.

    Könnt' ich nur die Kleinen seh'n!
    Ach, ich säh' sie gar zu gern!
    Doch sie schlafen tief und fern,
    Keines läßt sich heut' erspäh'n.

    Wüßt' ich, wie die Frau es macht,
    Holt' ich eines mir geschwind.
    So ein himmlisch kleines Kind,
    Ei, das wär' auch eine Pracht!

    O was gäb' ich nicht darum!
    Seit es durch den Sinn mir fährt,
    Bist mir gar nichts, gar nichts wert,
    Garst'ge Puppe, stumm und dumm!«

    Adelbert von Chamisso


    Nachtrag: Die Skulpturen sind- wie Thomas bereits in den Anmerkungen schrieb- das Werk der Künstlerin A. Franziska Schwarzbach. Wer mehr über sie wissen möchte, kann sich hier
    auf ihrer Website über sie informieren.

    Neuschnee und Wetterlagen

    Gestern abend fing es noch einmal an zu schneien; Xynthia hat hier zwar nicht so stark gewütet wie in anderen Teilen Europas, hatte aber offenbar Schnee mit im Gepäck und sinkende Temperaturen, so dass der Neuschnee liegen blieb.
    Meine Mutter erzählt immer wieder, dass bei meiner Geburt Mitte März die Tulpen blühten, ich kann das gar nicht glauben. Ich bin vor fast siebenundfünfzig Jahren geboren und kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals meinen Geburtstag mit blühenden Tulpen feiern konnte.Der Frühling mit warmen Sonnenschein und Kirschblüte kommt eigentlich immer erst zum Geburtstag meiner inzwischen vierundachtzig werdenden Mamma am 23. April. Eine Woche vorher zum Geburtstag meines Sohnes konnte er manchmal sogar noch seine Skier rausholen, weil es geschneit hatte, die Woche danach saßen wir dann oft bereits unter dem blühenden Kirschbaum in Großmutters Garten.
    Ich habe mal geschaut, was das Netz über das Wetter im Februar/ März/April des Jahres 1953 so preisgibt. Obwohl ich (noch) keine seriösen Statisitken gefunden habe, gibt es doch ein paar interessante Nachrichtenschnipsel zu finden:
    Hier wird beispielsweise berichtet: "Eine gewaltige Sturmflut, der so genannte Holland- Orkan, suchte Ende Januar/ Anfang Februar 1953 Nordwesteuropa heim...." Kurioserweise überquerte der Unwetterwirbel mit seinem windstillen Zentrum am 1. Februar 1953 gegen 13 Uhr das Berliner Stadtgebiet, während in seinem Randbereich in West- und Süddeutschland Orkanböen tobten, und die Schneefall bis 50 cm Höhe brachten."
    Offenbar gab es in diesem Jahr eine ähnliche Wetterlage wie in jenem Jahr, allerdings schon einen Monat früher.
    Oder eine Quelle aus Godelheim weiß zu berichten: "Ende Februar wurde es warm. Der Schnee taute weg, ohne das Hochwasser eintrat. Am 27. Februar waren 15° Wärme zu verzeichnen. Der Monat März war trocken und nachts gab es leichte Fröste. Die Frühjahrsbestellung ging sehr schnell vonstatten. Die Gartenbestellung wurde im Monat März fast restlos getätigt. Am 12. April blühten schon die Walderdbeeren und der Waldmeister. Anfang Mai war es schön und warm, dann wurde es kühl und die Eisheiligen brachten Nachtfröste. Pfingsten war wieder sehr heiß."


    Ob wir wohl unsere 'Frühjahrsbestellung' in diesem Jahr bis Ende März werden 'tätigen' können?

    Montag, März 01, 2010

    Noch mehr Vögel

    Kraniche
    Gehört und in der Luft gesehen habe ich sie ja schon letzte Woche, jetzt habe ich ein Pärchen sogar vor die Linse bekommen. Ein Foto konnte ich schießen, dann teilte mir die Kamera mit, dass die Batterie leer ist. Die Kraniche sind da, und wie meine Physiotherapeutin berichtete, soll es hier in der Gegend auch ein Brutpaar geben. Bisher hatte ich immer angenommen, dass sie die alten Fischteiche ( jetzt Landschaftsschutzgebiet) nur als Durchzügler zum Schlafen nutzen.

    Jetzt geht's endlich los

      Während es heute schon wieder munter vor sich hin pladdert, hatten wir gestern einen wunderschönen, sonnigen Märztag, so dass mei...