Sonntag, März 22, 2015

Schneiden, reißen oder lassen?


Heute nachmittag hat die Gärtnerin sich endlich den wirklich wichtigen Fragen des Gärtnerns zugewandt , die aber auch schrecklich unwichtig zu sein scheinen, jedenfalls aus der Sicht der Lenzrosen.....

Unter der Korkenzieherhasel befindet sich ein guter Standort für meine Hellebori, da lass ich sie weitgehend machen, was sie wollen. Auch mit dem Zurückschneiden der Laubblätter habe ich hier noch nichts unternommen.. An prominenterer Stellung habe ich diese schon entfernt, wie unten an der dunklen Sorte.Die Blüten kommen dann einfach besser zur Geltung.


Wenn die Blüten erscheinen haben, legen sich die Laubblätter in einem Ring zu Boden und fangen an zu verdorren. Ich nehme an, auf diese Art und Weise wird dafür gesorgt, dass ihre Nährstoffe wieder dem Boden zugeführt werden. Natürliches Recycling.


In den Kulturanleitungen zu den Lenzrenzen wird empfohlen sie abzuschneiden, damit sich Pilzkrankheiten gar nicht erst festsetzen und ausbreiten können. Die unter der Haselnuss haben allerdings bisher noch nie Zeichen von Krankheiten gezeigt, und irgendwie widerstrebte es mir, gesunde Laubblätter abzuschneiden. Schließlich betreiben die Chloroplasten in den Laubblättern Fotosynthese und bauen Nährstoffe für die Pflanze auf,  haben also einen Sinn.
Auf dem Foto ( alt!) oben hatte ich Laubblätter an einem anderen Standort ( sehr beschattet)  in den Vorjahren weggeschnitten, allerdings nicht ganz korrekt, wie man unschwer erkennt. Man sollte das eigentlich bis zum Boden machen. Aber da diese Helleborus , die ich vor langer Zeit von meiner Mutter bekommen hatte, zu Krankheiten neigt, habe ich die Laubblätter hier entfernt und auch entsorgt. Und es hat sich gelohnt. Sie sieht in diesem Jahr gesünder aus.

In Xenias Berlingarten wird in einem Filmchen über einen Helleborus-Garten in der Schweiz berichtet, der mich noch einmal an diese unterschiedlichen 'Lehrmeinungen' erinnerte. Ich folge Profi-Empfehlungen ja durchaus, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass man es mit sogenannten Hygienemaßnahmen im Garten übertreibt und sie nicht hinterfragt.

Im Daily Telegraph lese ich sogar, dass man die Blätter ausziehen soll." Either sever each leaf cleanly as close to its base as possible using sharp secateurs, or take it off by hand by holding on to the shoot to which it is joined, and gently pulling and pushing the stem so that it snaps off at its base."
Das habe  ich  heute mal gewagt, etwas ängstlich und vorsichtig, um nicht plötzlich einen Trieb samt Wurzel herauszureißen. Es funktionierte!

Die gefüllte Sorte , die ich direkt zu Füßen eines Buxus gestzt habe, kann da nicht bleiben. Es ist zu trocken und wohl auch zu schattig . Dieses Jahr hat sie sage und schreibe nur zwei Blüten.

Der Daily Telegraph schreibt dazu:' They can even be grown in full light if the soil is deep and fertile, and if some shade is offered by herbaceous'.
Können die Blütenfarben sich eigentlich je nach Bodenzusammensetzung verändern? Oder wieso hat sich die Blüte dieser Sorte, die ich mir mal aus Wales 'Ashwood Nurseries' habe schicken lassen den Farbton verändert, nachdem ich sie umgesetzt habe? Eigentlich sollte sie aus dem 'green spotted'  Strain stammen. Und in den letzten Jahren war das auch der Fall. Jetzt nicht mehr.

Auch schön ist dieses Exemplar unten, keine Ahnung, woher die stammt.



Beim Hecken-Nieswurz muss man sich keine Sorge machen, wegen der Laubblattbehandlung.
H. dumetorum, eine Wildart aus Kroatien, Ungarn und Slowenien, hat völlig grüne Sepalen, einen ziemlich kleinen Blütenstand und zieht ihre Laubblätter schon im Herbst völlig ein.


...lässt Wimpel flattern ....


Bachstelze ist aus dem Norden Afrikas zurück
Als ich gestern mit der U-Bahn fuhr, musste ich zwangsläufig  mehreren sehr alten Damen ( alt bin ich auch) lauschen, die sich über Handtaschenraub im Berliner U-Bahnen mit denselben einschlägig vorurteilsbehafteten Worten ausließen wie über den momentan sehr kalten Ostwind . Ich wiederhole die genaue Wortwahl lieber nicht.


Das war ganz und gar nicht die rechte Einstimmung für einen froh gestimmten Frühlingsanfang im eigenen Garten. Leider hielt der kalte Wind  bis heute an und lässt bei strahlender Sonne 'die Wimpel flattern' (Zitat Wettervorhersage) und mich frösteln.....

Trotz Ostwindes bewundere ich beim Morgenspaziergang die in meinem bundesdeutschen Garten voll integrierten Schönheiten aus dem Kaukasus, Türkei und den Gefilden um das Schwarze Meer in meinem Garten: 
Helleborus x hybridus. 
Tja, irgendwo hat mich auf meine alten Tage und ausgerechnet zu Frühlingsbeginn das schlechte Gewissen gepackt. Alte Rentnerinnen müssen quer durch die Stadt fahren um etwas Schönes zu erleben, tun sie aber nicht, weil die U- und S-Bahnen nicht mehr sicher sind. 
Und ich sitze hier im Grünen und fotografiere Blümchen.... und hurra die erste Bachstelze aus dem Süden ist wieder da!

Ich tröste mich mit den Sätzen dieses Tagespiegelartikels, die unser eskapistisches Verlangen nach einem privaten Stückchen 'Natur' als Psychohygiene erklärt. Genau! Schließlich arbeite ich seit neununddreißig Jahren fünf Tage die Woche mit pubertierenden Großstadtpflänzchen, die mich teilweise bis in den Schlaf beschäftigen.


Freitag, März 13, 2015

Finkenkönige

Das sind schon ganz schöne Brummer, die Kernbeißer. Inzwischen kommen sie schon zu zweit oder zu dritt. Sie gehören übrigens zu den Finkenvögeln, und sind mit immerhin 18 cm auch die größten der verschiedenen  Finkenarten. Daher auch der Name Finkenkönig.Bei NABU kann man einen Steckbrief über ihn nachlesen.
Sie fliegen selten an den aufgehängten Futterspender, sondern sitzen lieber zusammen am Boden mit den anderen Finkenvögeln und fressen die Reste, die besonders die Meisen gerne aus dem Spender aussortieren...diese 'Dreckfinkchen' ;-)

Sie verhalten sich aber nicht unbedingt königlich, sondern vertreiben sich besonders gerne innerartlich, wie ich beobachten konnte. Auch die anderen am Boden verteilten Mitfresser dürfen ihnen nicht zu nahe kommen. Heute gesellte sich -auch selten hier zu sehen- ein Gimpel-Pärchen dazu.


Donnerstag, März 12, 2015

Einfach mal die Augen aufmachen....


Da hatte ich schon bei meinen Kommentaren in anderen Blogs über die Unzuverlässigkeit von Iris reticulata lamentiert, und völlig übersehen, dass sie ja da sind.  Und zwar auch die, die ich bereits in den Vorjahren gesetzt hatte: 'Katherine Hodgkin' steht in voller Pracht direkt neben der Eingangstreppe. Ich meine sogar, dass sie sich vermehrt hat. Habe ich endlich den richtigen Standort für diese Frühblüher gefunden, oder hat das der Geist meines verstorbenen Vaters in Form des Uhu-Ornaments* bewirkt, das ich mir aus seinem alten Garten als Andenken mitgenommen hatte?

Auch die Iris, die ich in der KGA in Dahlem bei Gabriella Pape mitgenommen habe, sind 'zwusch' plötzlich aufgetaucht an einer Stelle, an der ich jeden Tag mehrmals vorbeigehen muss. Sind die Blüten so schnell ?  Die Namen dieser himmelblau-dunkelblau Variation sind mir natürlich entfallen, irgendwo muss ich noch die Tüten mit der Aufschrift haben.................

* Es setzt schon Moos und Algen an ....;-)

Mittwoch, März 11, 2015

Ein Tag für die Krokusse


Am Sonntag war auch der Tag für die Krokusblüte. Crocus tommasianus ist wirklich ein Knaller in meinem vom Winter etwas mitgenommen ausehenden braunfahlen Garten .
Die Sonne strahlte vom Himmel, und endlich konnte ich die Blüten  wieder weit geöffnet erleben. Sie sind wirklich überall. An den Stellen, wo ich sie gesetzt hatte inzwischen in üppigen Tuffs, an anderer Stelle als Werk der Ameisen nur einzeln stehend.  Sogar zwischen den Pflasterritzen der Auffahrtsteine tauchte einer auf oder auf dem Gehweg vor Nachbars Haus, wie er mir berichtete.
Bildunterschrift hinzufügen



Irgendwann werden das hoffentlich auch solche Tuffs...zumindest, wenn ich sie nicht beim Jäten nach der Blüte versehentlich eliminiere.

Und  da die Temperaturen wirklich auf angenehme 12° C steigen waren auch Insekten unterwegs. Auffällig war die Menge der Honibienen, die inzwischen hier unterwegs sind.
Seit ein paar Jahren gibt es hier eine Imkerin in der Straße. Das macht sich wirklich bemerkbar. Anfangs waren es in meinem Garten hauptsächlich Hummeln und Schwebflieeigen, die ich im Frühjahr als erste bemerkte.
Die Tauruskrokusse sind schon fast verblüht, dafür sind weiße und gelbe Frühlingskrokusse  
C. vernus jetzt auch so weit.

Sonntag, März 08, 2015

Morgenspaziergang

Aus einem Fenster eines dieser Häuser konnte ich seit unserem Einzug 1991 verfolgen, wie ein Berg von Jahr zu Jahr immer höher wuchs. Ein Berg, der wächst? Ja, von  Großstadtmenschen geschaffen, die den Berliner Schutt auf diese Weise entsorgen. Der Teufelsberg ist so entstanden, die Lübarser Höhe und , und ..... Hier gibt es eine Zusammenstellung aller natürlichen und unnatürlicher Erhebungen Berlins.
Der Schuttberg Arkenberge soll inzwischen mit 122m die höchste Erhebung Berlins sein, wird aber in den nächsten Jahren als Schuttdeponie geschlossen und soll dann dem Volk übergeben werden...Es gibt bereits ehrgeizige Pläne, die auch schon in sämtlichen regionalen Medien verbreitet werden, z. B. hier


Die Deponie liegt direkt neben einem Naturgeschutzgebiet, das für niemand zugänglich ist und am Fuß befindet sich ebenfalls eine Dauer-Kleingartenkolonie und ein Landschaftsschutzgebiet mit Teichen, an denen regelmäßig Wildgänse und andere Wasservögel brüten.



Wir waren heute oben drauf, an einigen Zäunen gibt es Löcher und an den Wochenenden sieht man inzwischen Völkerwanderungen zum Berg hinauf, also wollten wir auch mal von oben heruntergucken. Das Wetter war ja bestens, noch schöner wäre es sicherlich bei Sonnenaufgang gewesen, aber das war mir dann doch ein bißchen früh.


Und wir hatten wirklich eine brilliante Fernsicht, im Dunst des Morgens konnte man im Norden das Märkische Viertel erkennen, im Osten den Fernsehturm, in Richtung Westen sah man auf das Naturschutzgebiet Tegeler Tuffsteingelände herunter und auf unsere Wohnstraße ,
im Süden auf die Schönfließer Teiche mit seinen Koniks. 





Märkisches Viertel

Schönerlinder Teiche
Koniks an den Schönerlinder Teichen
Der Berg ist fast schon ein Gebirge ;-), er hat zwei Gipfel . Während der erste noch sehr roh aussieht und  man noch sieht, dass hier noch gearbeitet wird, ist der zweite schon begrünt und wird im Sommer auch schon von Schafen beweidet.


Auf dem höheren Gipfel hat man oben bereits auf einem Feldstein verewigt, dass es sich bei ihm mit 122 m um den höchsten Punkt Berlins handelt.



Wetter im Ausnahmezustand

Es ist wohl (vorübergehend) vorüber: Die monsunartigen Regenfälle von gestern werden erst einmal von Petrus eingestellt, sagt die Wet...