Freitag, Juli 24, 2009

Wetterwechsel ?


Gestern nutzten wir das schöne Wetter um einen Besuch des Tierparks in Berlin/Friedrichsfelde zu machen. Das Wetter wurde dann im Laufe des Tages zu schön: Bei brütender Hitze, das Thermometer zeigte über 30°C schlichen wir durch das sehr weitläufige Gelände und hofften, dass das im Radio versprochene Regengewitter über uns hereinbrechen möge, um uns ein wenig abzukühlen.
Es gibt ja Tiere, die diese Temperaturen lieben, aber einige Vögel zeigten Verhaltensweisen zur Thermoregulation, die ich bisher in dieser Form noch nicht gesehen habe.Schlaffer Vogel
Selbst ein Steinadler hatte sich in seinem Käfig mit geöffnetem Schnabel platt auf den Bauch gelegt .
Hitzehecheln

Eigentlich hätte ich mich am liebsten daneben gelegt und mitgehechelt, was für eine Idee bei diesen Temperaturen einen Zoobesuch zu machen!
Duschbad
Die Elefanten hatten es auch besser als wir...Pfleger versorgten sie mit Duschen aus dem Schlauch und sie hatten ihren Swimmingpool direkt an der Anlage.
Hinein
Und wie sie den nutzten, es war eine Freude ihnen zuzusehen!

Nein meins

Hinterher gab es dann das Schauspiel der Sanddusche, die sogar die kleinsten schon perfekt beherrschten!
SAnddusche
Ich konnte mich gar nicht sattsehen an diesem Szenario!

Staubdusche zwie
Dann fielen doch noch dreieinhalb Tropfen Regen vom Himmel, die wir wartend unter einem Baum verbrachten , froh über ein wenig Abkühlung.Drei Tropfen

Das währte aber nur kurz, die Sonne knallte nachher dann noch unbarmherziger vom Himmel.
Es gibt neben bestimmten Tieren, die solche tropischen Zustände aus ihrer Heimat gewöhnt sind, aber auch Pflanzungen im Tierpark, die diese Temperaturen schätzen.Hemerocallis gehört offensichtlich dazu, ihre glutroten Blüten in Kombination mit verschiedenen Gräsern sahen traumhaft schön in der Sonne aus.
Hochsommer
Im Tierpark Friedrichsfelde sieht man solche- ich nenn´s mal- Karl-Foerster-Gedächtnispflanzungen- eine Kombination von Gräsern und Stauden, die ja auch inzwischen wieder sehr en vogue sind.
An einer Stelle hatte man eine Wildkräuterpflanzung angelegt ( oder ist die alleine entstanden?) ,eine Oreganowiese mit Einsprengseln von Disteln. Im Tierpark
Ein Tummelplatz für Falter, Hummeln und als ich genau hinschaute auch Vögeln. Einen Distelfink erwischte ich mit der Kamera bei der Samenernte.
Distelfink

Ds Tierparkgelände ist mit ist mit 160 Hektar Fläche der größte Landschaftstiergarten Europas ,an vielen Stellen wunderschön angelegt. An anderen Stellen spüre ich noch "Ostblockatmosphäre" mit viel Beton und typischer Bepflanzung und Tiergehegen, die mir in der Seele wehtun. Wenn Berlin nicht so pleite wäre, könnte diese Anlage ein Schmuckstück werden,stellenweise hat man auch schon neue freundlichere und artgerechtere Gehege angelegt. Aber Berlin hat ja zwei Zoos zu unterhalten, wie das wohl zukünftig zu bewerkstelligen ist?
160 Hektar konnten wir an diesem schwülwarmen Tag nicht "ablaufen", wir beschränkten uns diesmal auf den östlichen Teil , zum Schluss taten mir meine Füße weh.
Erst am Abend dieses Ausflugstages zogen dann endlich zuhause über unserem Garten die angekündigten Gewitterwolken auf mit dem Ergebnis, das sie ohne einen Tropfen Wasser zu verschenken auch wieder abzogen...
Himmel über meinem Garten

Dienstag, Juli 21, 2009

Die tägliche Ankunft des Unvermuteten

Polonaise
Die Überschrift stammt nicht von mir, sondern Jürgen Dahl, dem unter gärtnernden Menschen wohlbekannten Essayisten und Gartenkolumnisten, Schriftsteller( ..und...und ), der 2001 verstorben ist.Wie schon hier berichtet, sind seine Bücher mein ständiger Begleiter und in regelmäßigen Abständen Nachttischlektüre.
Passend zu meinen momentanen Entdeckungen in meinem Juligarten fand ich gestern bei meiner Einschlaflektüre in "Vom Geschmack der Lilienblüten" folgende Zitate: " Noch weniger berechenbar als die Pflanzen sind die Insekten. Sie tauchen auf und sind ebenso plötzlich verschwunden. "
So ist es : Während der einzige Schwalbenschwanz an meinem Sommerflieder auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist, entdeckte ich aber bei meinen Beobachtungsgängen durch den Garten eine Hosenbiene an der Kugeldistel als unerwarteten Gast.Hosen einer Biene

Vielleicht habe ich meinen Garteninsekten bisher noch nie genügend Aufmerksamkeit gewidmet , so eine Hosenbiene war mir bisher noch nie aufgefallen. (Vielleicht liegt es ja auch einfach an meinem Makroobjektiv und meiner Suche nach geeigneten Motiven, dass ich genauer hinschaue. Deutschland fotografiert....ich auch...die neue Technik lässt uns alle genauer hinschauen, wie zum Beispiel bei Ipernity zu besichtigen, einer Fotocommunity, die voll ist mit Naturfotografien.)
Ich nehme an, dass es sich bei der von mir beobachteten Hosenbiene um Dsypoda hirtipes handelt, die häufigste von den seltenen Hosenbienen. Ihr Lebensraum sind Sandgruben, Flugsandfelder, sandige Hochwasser- und Bahndämme, Sandfugen zwischen Platten etc., Böschungen ...die es hier noch reichlich in unmittelbarer Umgebung gibt, weil noch nicht alles zuasphaltiert und autokompatibel gemacht.
Und weiter mit Jürgen Dahl durch meinen Garten : " Nur manche von ihnen ( gemeint sind Insekten) haben ihre festen Termine, wie die Glühwürmchen im Juni............die vier oder fünf verschiedenen Hummelarten, die sich mit Vorliebe auf derWinterheckzwiebel versammeln, als wüßten sie, wie gut ihnen das steht" Diese Zwiebeln fehlen mir noch, aber hier sind sie an Hypericum hircinum, Echinops spec. und dem bereits erwähnten Ziest, dem Lavendel , der Eselsdistel und der Sibirischen Katzenminze zu finden.

Ich will hier rein...

"......die Fliegen mit dem grüngolden glänzenden Leib, die zu Hunderten auftauchen, sobald die Pfefferminze blüht;"
Glänzender Flieger

...die Käfer und Raupen, deren einige uns ärgern, weil sie die Lilien kahlfressen und den Wirsing durchlöchern" und die mich meine Lilie 'Leslie Woodriff" haben in einen Topf pflanzen lassen , um genau das zu verhindern!
Leslie Woodriff

Aber nicht nur auf Insekten haben "feste Termine" in meinem Garten, die Eichhörnchen sind zuverlässig da, wenn der Haselnusstrauch am Fließ seine Nüsse trägt. Unreif werden sie geerntet und niedergemetzelt, so dass die Reste darunter zusammengeharkt werden können.
EichhörnchenBesuch

Zuverlässig sind eigentlich auch immer die Amseln, die die Aroniabüsche plündern, bevor ich jemals ernten konnte. Bisher haben sie die Früchte noch nicht entdeckt.Aroniabeeren

Und weiter mit J. Dahl:
" Das ist alles Leben, an dem wir teilnehmen können, wenn wir es denn wahrnehmen-in Geduld, und nicht nur mit dem Gedanken an Kulisse und Ernte und irgendeinem "Erfolg". Es ist eine Spannung darin zwischen dem Verfügbaren und dem Unverfügbaren, zwischen dem, was wir tun und dem, was sich " von selbst" vollzieht, wenn wir es zulassen und nicht durch unser Streben nach einer von uns mehr oder weniger willkürlich definierten Ordnung verhindern.....
Garten heißt dann nicht mehr nur Frühlingsblühen und Sommerpracht, sondern vor allem: die tägliche Ankunft des Unvermuteten...."

Sonntag, Juli 19, 2009

Ein edler Falter


Auf anderen Blogs entdeckt und gleich nachgemacht, um meinem heutigen Besuch eines Schwalbenschwanzes den passenden Rahmen zu geben!
Hin und wieder verirren sie sich auch in unseren Garten, da in der Umgebung noch genügend Ruderalflächen mit beispielsweise der Wilden Möhre sind, die sie die Eiablage brauchen.

Samstag, Juli 18, 2009

Noch mehr Insekten

Hornisse
Auch hier gab es über Nacht "Starkregen", die Temperaturen haben sich abgekühlt.Es ist nicht mehr schwül. Obwohl man annehmen könnte, dass die Flugaktivität der Insekten nachlassen würde, fand ich heute morgen in meiner getopften 'Leslie Woodfriff' ( eine Lilienhybride) eine Hornisse vor. Vielleicht hatte sie ja im Blüteninnern den Regen über Nacht abgewartet?? Die Hornisse kletterte eine Weile in der Blüte herum, ohne dass ich herausfinden konnte, was sie da suchte. Kleine Insekten, die sie eventuell erbeuten könnte, habe ich nicht erkennen können.


Da sie sich Zeit dabei ließ ,konnte ich noch schnell meine Makro aufschrauben und ein paar Aufnahmen von ihr machen.Kletterkünstlerin

Die Lilie steht übrigens getopft überdacht am Treppenaufgang. Morgen gibt es auch Ganzkörperfotos von dieser schönen Lilie!

Donnerstag, Juli 16, 2009

Hummelschubsen

Abflug
Heute hatte ich noch einmal ein paar unterhaltsame Stunden beim Insektenbeobachten im Garten. Es war wieder ein herrlicher Sonnentag mit hochsommerlichen Temperaturen.
Gärtner pflanzt Ziest und Sibirische Katzenminze in euren Garten und ihr werdet was erleben! Eigentlich wollte ich nur ein paar Hummeln fotografieren, die sich in Massen sich am Ziest und der Sibirischen Katzenminze labten. Dabei glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, da flog doch ein wespengestreiftes, schwebfliegenähnlich sich bewegendes Insekt durch die Luft und schubste- so kam es mir jedenfalls vor- die Hummeln von den Blüten. Zuerst dachte ich, es wäre nur Zufall, aber der Hummelschubser kam immer wieder und setzte sein drolliges Treiben fort. Außerdem fielen mir kleinere Bienchen auf, die den Hummelschubsern sehr ähnlich sahen.Anflug

Sie zu fotografieren war fast unmöglich, wie man sich vorstellen kann, wenn man Schwebfliegen kennt. Nur einmal ist es mir gelungen ein Tierchen bei einer Rast auf einm Blatt in Nahaufnahme zu bannen, es saß dort und putzte seine Antennen.Antennenpflege

Meine Insektenführer waren nicht sehr hilfreich bei der Bestimmung dieser Wildbienen. Ja ,es sind Wildbienen, keine Wespen oder Schwebfliegen, wie herumgoogeln ergab, und zwar Wollbienen mit einer sehr interessanten Biologie. Auf dieser Seite erfuhr ich dann mehr über den Sinn des Hummelschubsens. Es ist eine Art Revierverhalten. Der Ziest ist eine der bevorzugten Nahrungsquellen dieser Bienenart, mehrere Weibchen sind auf Nektarsuche- das waren die kleineren Bienenexemplare- während das größere Männchen drum herumfliegt und mit seinem dornigen Fortsätzen am Hinterleib (auf dem Foto zu erkennen) sein Revier gegen arteigene männliche Konkurrenten und andere Tiere verteidigt. Die männliche Wollbiene traute sich sogar an die Distelfalter, die ebenfalls auf der Katzenminze landeten.
Um welche Art der Wollbienen es sich handelt vermag ich nicht sicher zu bestimmen, ich schätze, es ist Anthidium manicatum, die Große Wollbiene.
Zum Schluss hätte ich dann fast doch noch fast einen Angriff einer Wollbiene auf eine Hummel auf den Chip bannen können. Diesmal griff sie allerdings eine Hummel auf einer Eselsdistel an, die in der Nähe des Ziest-Nepetabeetes steht.
Achtung der Hummelschubser

Das Weibchen dieser Art sind 11-12 mm groß und haben eine Bauchbürste-auf dem Foto unten zu erkennen, Männchen sind mit 14 bis 18 mm etwas größer.
Sehr komisch ist auch ihre Art im Freienzu schlafen sie verbeißen sich in Blüten und lassen sich dann einfach daran hängen. Hier habe ich ein sensationelles Foto gefunden, das dieses Verhalten abbildet.
Große Wollbiene

Mittwoch, Juli 15, 2009

Unbekannte Wildbiene

Heute waren wieder reichlich Insekten unterwegs. Beim Schauen und Fotografieren ist mir eine Wildbiene aufgefallen, die auf der Eselsdistelblüte umherwanderte und Nektar suchte.Witzig war dabei, wie sie ihren Hinterleib dabei anhob.
Wildbiene dorsal und kaudal
Könnte eventuell eine "Gehörnte Mauerbiene" sein: "Die Weibchen haben am Vorderkopf zwischen den Haaren zwei kleine versteckte "Hörnchen" Ich meine dort ein paar Hörnchen erkennen zu können.Andererseits ist ihr Hinterleib nicht besonders behaart, wie beschrieben.
Oder ist es gar die seltene Osmia spinulosa.Denn sie zeigte ein sehr merkwürdiges Sammelverhalten auf der Distel. Sie hob nämlich während des Nektarsammelns den Hinterleib an und man sah dann die für viele Wildbienen typische Bauchbürste. Außerdem ist im Link zu lesen, dass sie aufAsteracea spezialisiert ist.Ich hatte sie schon mal auf einer Centhaurea gesehen und heute wegen dieses auffälligen Verhaltens gleich wieder erkannt.Pomponhintern
Löcherbienen sollen auch diese Hinterleibsbewegungen beim Sammeln zeigen, allerdings sehe ich nur wenig Ähnlichkeit mit den auf dieser Seite gefundenen Abbildungen.

Osmia spirulosa

Osmia spinulosa soll Schneckenhäuser für ihre Fortpflanzung nutzen, davon findet sie hier sicher genügend.
Kopfstand

Dienstag, Juli 14, 2009

Besuch einer kleinen Pantherin

Wer ist das denn ?Zentriert

Unter unserem Auto starren mir zwei riesengroße, grüne Augen entgegen. Da sitzt ein kleines Kätzchen; durch freundliche Ansprache lässt es sich auch herauslocken und sogar streicheln. Die Katze sieht so ganz anders aus als unser großer dicker Dooleykater und benimmt sich auch wesentlich kätzischer. Sobald ihr mein Streicheln zu aufdringlich erscheint, deutet sie einen Biss an, so dass ich meine Hand schnell wegziehe.
Sie lässt sich aber auf eine Bank locken und nimmt neben mir Platz ...bis Kater Dooley heranspaziert, der sie zunächst gar nicht wahrnimmt. Aber wenn ich auf der Bank unter der Kiefer sitze, kommt er grundsätzlich an.
Der Herr des Hause naht

Erst kurz vor Erreichen der Bank stutzt er...wer sitzt denn da neben mir?Wer ist das denn ?
Die kennt er nicht, beide Katzen starren sich an. Ich frage mich, was denn nun passieren wird!Komm mir nicht zu nah

Es beginnt ein eigentümliches Katzenkonzert, die schwarze Lady neben mir gibt ganz hohe singende Töne von sich. Dooley sitzt nur und starrt.Die Katze neben mir ähnelt immer mehr einer kleinen schwarzen Pantherin, die gleich angreifen wird, falls Dooley ihr zu nahe kommt.

Baghira

Ich setze mich auf den Boden neben Dooley und streichle ihn, er ist im Gegensatz zur schwarzen Pantherin ganz entspannt...so erscheint es mir jedenfalls...und schaut sie nur an. Bis der Dame es schließlich zuviel wird und sie wieder verschwindet...unter das Auto, wo sie schon zu Beginn gesessen hat. Dooley hinterher....und die Starrerei geht von vorne los.


Ist der dick, Mann

Sonntag, Juli 12, 2009

Flugshow

Wühlarbeit

Heute war Flugtag in meinem Garten, die Sonne schien und viele Insekten waren emsig unterwegs. An Nahrung gibt es offenbar genug für Käfer, Falter, Bienen im Garten, so dass ich schöne Fotos machen konnte.Zunächst entdeckte ich einen Pinselkäfer an einer Rose, der dabei war zwischen den Blütenblättern Richtung Staubgefäße zu kriechen. Trichius fasciatus heißt auf englisch 'bee beetle', was mich nicht wundert. Es erstaunt mich immer wieder, wie flink diese etwas plump aussehenden Käfer wegfliegen können.

Gartenmonsterchen


Auf einer blühenden wilden Kresse ( ich meine, es ist Lepidium latifolium) blieb er dann längere Zeit sitzen. Die Blüten schienen ihm zu gefallen. Mir übrigens auch, erst heute fiel mir auf, wie angenehm diese Blüten duften.
Ausgestreckt

Schwebfliegen sitzen bevorzugt an den Staubbeuteln des Kalifornischen Mohns, habe ich festgestellt. Aber auch ganz normale Honibienen habe ich schon an diesen Exoten angetroffen.Schwebfliege

Der Sommerflieder ist ebenfalls in voller Blüte und natürlich ein Anziehungspunkt für Schmetterlinge. Ja, es ist wieder so wieder so weit, die Falter sind los.
So habe denn die typischen Falter an ihm entdecken können:

Distelfalter ( Vanessa cardui)

C Falter
C-Falter (Polygonia c-album)

Pfauenauge

Das Tagpfauenauge war natürlich ebenfalls zur Stelle! Auch an die Lippenblütler ( Hier die Sibirische Katzenminze) verirrten sich ein paar Falter, aber sie werden hauptsächlich von Hummeln angeflogen, die allerdings viel zu schnell sind um sie fotografieren zu können.Distelfalter

Aber am Sonnenhut habe ich dann auch eine Hummel erwischt.Hummel

Auch die Eselsdistel ist sehr beliebt bei den Hummeln.Abgetaucht

Wie überhaupt alle meine Disteln sehr beliebt bei den Hymenopteren sind. Auch Wespen lassen sich schon blicken, wie hier an einem Eryngium.Wespenblüten
Wespen werden erst auffällig und lästig für uns Menschen, wenn sie nichts mehr zu futtern finden später im Jahr. Auch die schon eben erwähnte wilde Kresse ist bei Wespen sehr beliebt. Jetzt im Juli finden sie noch reichlich Pflanzennahrung, später wird es im Garten dann enger mit der Auswahl. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Fenchel eine hervorragende Futterpflanze für Wespen ist und sie von kuchenessenden Menschen fernhält. Allerdings hat mein Blütenfenchel diesen Winter nicht überlebt, also müsste ich mir eigentlich etwas als alternatives Futterangebot für sie überlegen. Gibt es Vorschläge von meinen Mitlesern?

Ready


Samstag, Juli 11, 2009

Ringelblumen

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Der Inbegriff des Julisommers sind für mich die Ringelblumen : strahlende orangefarbene Sommersonnenblüten, die in jedem Ökogarten, wilden Garten, naturnah angelegtem Garten, Cottage Garten,Gemüsegarten nicht fehlen dürfen, allerdings bei denen, die Gärten als "Orte pflanzlichen Dekomaterials" betrachten oder "Garten in schieres Design umwandeln und Pflanzen als Accessoires ansehen" (Zitate aus Jürgen Dahls "Nachrichten aus dem Garten") wegen eben dieser schrillen Farbe verpönt sind.
Dabei gibt es inzwischen auch bei Calendula officinalis wunderschöne Züchtungen, die auch letztere Gärtnerspezies zufriedenstellen dürfte. Bei Thompson&Morgan gibt es reichlich Auswahl, wie man beim Anklicken sehen kann. "Sherbet Fizz" hatte ich bereits letztes Jahr und stellte fest, dass sie ganz furchtbar fotogen ist und kostbarer auf dem Foto wirkt als im echten Leben. Inzwischen hat sie sich mit den anderen Ringelblumen meines Kräuterbeetes hübsch vermendelt, wie man auf den Fotos sehen kann.
Beleuchtung
Dass die Ringelblume so heißt wegen ihrer geringelten Samen, dürfte sich schon herumgesprochen haben. Vielleicht aber auch, weil Hymenoptera sich (k)ringeln beim Nektarsammeln, wie auf dem Foto unten zu sehen??Turn around..

Der wissenschaftliche Namen ist vom lateinischen Wort calendae abgeleitet, wie die alten Römer den ersten Tag jedes Monats nannten. Sinngemäß auf die Pflanze bezogen heißt das wohl, dass sie an jedem Ersten des Monats, also das ganze Jahr hindurch blühen. Naja, für den Mittelmeerraum mag das stimmen, und da stammen sie ja auch ursprünglich her. Hier sind sie Blumen des Hochsommers. Die Gattung soll 20 Arten umfassen, mir sind nur zwei bekannt, nämlich C. officinalis und C. arvensis.
Nahrungssuche

Interessant ist auch ihre Verwendung zum Beispiel als Zusatz in Seifen siedender Gärtnerinnen oder in einer Handcreme für geschundene Gärtnerhände, wie sie hier von einer Gärtnerin empfohlen wird.
Völlig abgefahren finde ich dieses Rezept hier, dass ich gerade vorbereite, allerdings müssen die Blütenknospen noch im zubereiteten Sud ziehen, bis ich loslegen kann und Popcorn herstellen kann.
Einblicke

Als Heilpflanze ist Calendula schon seit Jahrhunderten bekannt, im Lexikon der Arzneipflanzen
werden die Calendulae flos ( also die Blüten) als antimikrobiell, antiphlogistisch, immunstimulierend, sedativ , hypotensiv und östrogenartig beschrieben. Und auch Calendulae herba, also das ganze Kraut soll bei Hauteiterungen, schlecht heilenden Wunden, Erfrierungen und Verbrennungen durch seine Inhaltsstoffe Heilwirkung entfalten können.
Die Hausapotheke steht also direkt vor meiner Nase im Garten. Aber außer sie als in Heilsalbe gegen wunde, aufgerissene Haut habe ich sie bisher noch nie verwendet. Vielleicht sollte ich doch mal einen Tee vor dem Einschlafen nehmen, andererseits falle ich momentan sowieso abends wie ein Stein ins Bett und schlafe...
Auf dieser Seite gibt es eine Zusammenfassung der volksheil- und naturheilkundlichen Wirkungen und Anwendungen dieser erstaunlichen Pflanze. And last but not least, ist sie Heilpflanze des Jahres 2009, was ich erst beim Herumgoogeln festgestellt habe!
Calendula officinalis

Sonntag, Juli 05, 2009

Mushy Peas

Frische Erbsensuppe
"And where is the pie? " Yorkshire Men sind sehr traditionsbewusst und in Geschmacksdingen manchmal sehr konservativ. Also wurde die Erbsensuppe, die ich aus frischen Erbsen zum Mittagessen kredenzte, von meinem Ehemann zunächst mal dem Aussehen nach in die Kategorie 'Mushy Peas' eingeordnet und natürlich dann auch die traditionell dazugehörigen 'Pies' vermisst. Ich trug es mit Fassung, obwohl ich mich noch gut an den Moment erinnern konnte, als ich das erste Mal dieses einzigartige Gericht serviert bekam: auf einem Markt in Barnsley vor über dreißig Jahren . Die Pies empfand ich schon damals als völlig geschmacklose Pappe. Die "Mushy Peas" erinnerten mich sehr stark an das Erbspürree, das es bei uns zuhause immer zum Eisbein gab, und dass ich als Kind immer als Rettung empfand und als einziges zusammen mit den Kartoffeln aß.
Zugegeben, meine feine Erbsensuppe hätte auch als "mushy peas" durchgehen können, allerdings stammten die Zutaten aus unserem Garten und wurden als Suppe serviert und nicht als Pürree/Mus =Mushy.
Übrigens werden die gemusten Erbsen auf dieser Seite als britisches Icon geführt, ich hielt sie immer für typisch "Yorkshire". Aber auch Wikipedia schreibt "In Yorkshire, Nottinghamshire, Derbyshire and parts of Lincolnshire, they are often served as a snack on their own"
Meinetwegen...ein gesamtbritisches Icon!"
Meine "Feine Suppe aus frischen Erbsen" sah ebenfalls sehr schön grün aus, ähnlich wie sie Mushy Peas in Großbritannien servieren ("this is typically achieved by adding the yellow and blue additives, E102 and E133, which together produce the green effect), allerdings waren die Zutaten etwas gesundheitsbewusster als die in Klammern erwähnten englischen:

Man nehme:
Lauchzwiebeln
Butter
200 ml Gemüsefond
200 ml trockenen Weißwein
150 ml Buttermilch ( Sahne ist auch möglich)
500 g Erbsen
Pfeffer
Ahornsirup (oder Zucker)
Zitronenschale
1 Bund frische Pfefferminze
Zwiebeln werden zusammen mit den Stielen der Pefferminze und der Zitronenschale in Butter etwas gedünstet. Dann werden die Erbsen hinzugefügt, der trockene Weißwein und der Gemüsefond+ Ahornsirup. Alles etwa 10 Min. kochen lassen. Dann ein paar der Erbsen mit dem Schöpflöffel herausnehmen, die Erbsen im Topf pürieren. Buttermilch hinzufügen, Minzblätter kleinschneiden, hinzufügen. Ganze Erbsen wieder einfüllen, kurz aufkochen lassen und servieren.

Immerhin konnte ich von den zwei Reihen der Markerbse Bördi 1 kg Erbsen auspalen! Im Saaten& Tatenheft des Dreschflegels wird die Sorte zwar als niedrige Sorte beschrieben, die keine Stütze gebraucht, sie gingen mir aber auf dem Hochbeet zu sehr in die Breite, so dass ich ein Gerüst aus Kükendraht für angebracht fand.
Ernte






















Frühlingserwachen zum ersten...zum zweiten...und zum dritten?

Endlich scheint der Frühling sich entschlossen haben doch noch ins Land zu ziehen. Die öden und deprimierenden Tage und Nächte des Kah...