Sonntag, Dezember 30, 2012

Pflanzenorakel zum Jahresende



Es ist wieder so weit, das Jahr geht seinem Ende zu, ein neues beginnt. Da ich mir abgewöhnt habe irgendwelche Vorsätze für das neue Jahr zu setzen, werde ich statt dessen ein Orakel sprechen lassen,.............was nicht heißen soll, dass ich plötzlich esoterische Anwandlungen habe.
Offenbar erwacht in dieser Zeit zwischen den Jahren mein Spieldrang, da ja  'nichts ist schwerer zu ertragen ( ist) als eine Reihe von guten Tagen'. Mit Hilfe der modernen Orakelstätte Google fand ich dann auch der Gärtnerin angemessene Orakelvorschläge.
Die Zauberpflanzenseite von Maria Mail Brandt ist ein reicher Quell für Zauber-Anregungen zum Jahreswechsel des Hortophilen.
Glücksklee ( Oxalis deppei) gibt es  momentan bei sämtlichen Floristen als Mitbringsel für die Silvesterparty. Ich habe auch einen besorgt, der ist allerdings als Glücksbringer für unsere Nachbarin gedacht, mit denen wir zusammen ins neue Jahr hineinfeiern werden.


Mein eigener 'Glücksklee' wächst seit zwei Jahren im Kübel, und ist eine Mutation ( Auslese) des ordinären Weißklees 'Trifolium repens'. Offenbar ist er im englischsprachigen Raum entstanden, meiner trägt den fantasievollen Namen 'Dragon's Blood'. Ich glaube, den muss ich noch abdecken, im letzten Jahr ist mir ein Exemplar erforen.

'Dragon's Blood'
Die Zauberpflanzenseite schlägt vor Blätter des Glücksklees als Orakel zu verwenden:

 "Ein Orakelspiel: man legte am Silvester für jeden Mitspieler ein Kleeblatt in eine Schüssel mit Wasser. Wessen Blatt am nächsten Morgen durchnäßt oder gar schwarz geworden ist, muß mit Krankheit oder Tod rechnen."


Als pflanzenkundige Gärtnerin werde ich diesen Vorschlag allerdings nicht annehmen wollen, so ein weiches Oxalisblättchen sieht nicht sehr strapazierfähig aus....


Aber die Zauberpflanzenseite und andere Stellen des Google-Orakels meinen auch, dass man es mit Efeublättern versuchen kann. Wenn schon Orakel, dann mit günstiger Prognose *grins*


Efeu gibt es mittelerweile reichlich im Garten, er fühlt sich so wohl hier, dass er bereits am Holzzaun und in der Kiefer die Altersform erreicht hat und Früchte trägt. Auch der Ableger aus Mammas Garten von 'Hedera erecta' hat sich als sehr widerstandsfähig erwiesen.

Hedera erecta

Der  persische Efeu H. colchica hängt nach etlichen kalten Wintern ziemlich schwächlich an der Kiefer, der einheimische konnte sich dort besser durchsetzen. Alle anderen Efeusorten, die ich mal aus Zuschendorf mitgenommen hatte, haben es hier nicht überlebt.

Hedera colchica 'Sulphur Heart'

Die Auswahl der Blätter für's Orakel ist also einfach, das sieht jeder, der den hinteren Teil des Gartens betritt....der vom Nachbarn gepfanzte Efeu der Sorte ????? hat die Invasion von der Ostseite des Gartens begonnen!



 Ein Efeu, der den  härtesten brandenburgischen Wintern widersteht, der jede gärtnerische Schnittattacke mit doppelter Anzahl von Trieben beantwortet, dessen Blätter sich anfühlen wie Plastikfolie, ist doch prädestiniert für mein Gärtnerorakel, oder?



Samstag, Dezember 29, 2012

Verspätet


Meine Kirschzweige wollten dieses Jahr nicht so, wie ich wollte. Obwohl pünktlich  Anfang Dezember zum Barbaratag geschnitten , blühen sie erst seit gestern. Es genügt offenbar nicht nur die sogenannte Vollruhephase der Knospen abzuwarten, in der eine enzymatische Blockade das Austreiben verhindert, offenbar muss Kospen in der sogenannten Nachruhephase mehr geboten werden als annehmbare Temperaturen und helleres Licht, um die Knospenruhe zu brechen.


Dabei hatte ich noch einen 'warmen Frühlingsregen' imitiert indem ich die Äste eine Zeitlang in lauwarmes Wasser in die Badewanne gelegt hatte. Vielleicht hat am Vasenstandort das Licht nicht ausgereicht,und es dauerte deshalb so lange. An den  Zimmertemperaturen von ca. 20°C kann es jedenfalls nicht gelegen haben.
Vielleicht hätte ich die Äste ja kurz mal durch Quetschen misshandeln sollen, wie hier in einem Versuch für Schulklassen beschrieben. Die Verletzung des Astes aktiviert nämlich ein Wachstumshormon, dass die Knospen austreiben lässt.


Donnerstag, Dezember 27, 2012

Strandspaziergang

Meiningenbrücke

Uns zog es am zweiten Feiertag nach draußen, der Sinn stand nach klarer Luft und Bewegung. Früh morgens sind wir dann aufgebrochen um einen Spaziergang am Strand zu machen und uns richtig durchpusten zu lassen. Anfangs sah es zwar so aus als ob es regnerisch werden könnte, aber glücklicherweise bewahrheitete es sich nicht.
Wir hatten uns Zingst ausgesucht, wo wir bis mittags blieben, und uns am späten Nachmittag dann noch ein wenig im nahe liegenden Stralsund umsahen .
Unser erster Weg galt dem Strand: ......ein Blick nach rechts kein Spaziergänger........ einer nach links nur einer und ein Angler, der mit hüfthohen Gummistiefeln in der Ostsee stand. Endlose Weite, angenehme Temperaturen von 6°C , ein milder Wind, schööön.

Wir wanderten dann in Richtung Zingst Ort , und je näher wir kamen, desto mehr Menschen und Hunde waren unterwegs.

 Sammy war völlig aus dem Häuschen und stürmte ins Wasser, meinte auch davon trinken zu müssen. Offenbar schreckte das Salzwasser nicht, obwohl er damit bereits mehrfach Bekanntschaft gemacht hatte. An einigen Stellen fanden sich am Strand Schneereste in denen er sich voller Wonne wälzte. Ich habe mal ein 'GIF' davon gebastelt :-)



Am Pier des Ostseeheilbads Zingst gab's dann unter 'Ostseepinien'  Sanddornpunsch und Glühwein untermalt von ' What becomes Of The Broken Hearted' (Tamla Motown) u.a. aus meiner Jugendzeit, was mich doch sehr verwunderte..wer spielt denn so etwas jetzt noch?




Die junge Frau, die emsig uns ältere Herrschaften mit Punsch und Glühwein versorgte, erklärte auf meine Nachfrage, dass es sich bei der CD um Chillmusik handelte. Aha, man chillt jetzt bei ollen Kamellen.... Schön war's!


Die Pier entpuppte sich als Freiluftgalerie des Künstlers Roland Lindner mit sehenswerten Objekten.







Leider habe ich die Titel dieser Kunstwerke nicht fotografiert...also selber hinfahren und anschauen!




Montag, Dezember 24, 2012

Frohe Weihnachten

O heiliger Abend


O heiliger Abend,
mit Sternen besät,
wie lieblich und labend
dein Hauch mich umweht!
Vom Kindergetümmel,
vom Lichtergewimmel
auf schau ich zum Himmel
im leisen Gebet.

Da funkelt's von Sternen
am himmlischen Saum,
da jauchzt es vom fernen,
unendlichen Raum.
Es singen mit Schalle
die Engelein alle,
ich lausche dem Halle,
mir klingt's wie ein Traum.

O Erde, du kleine,
du dämmernder Stern,
dir gleichet doch keine
der Welten von fern!
So schmählich verloren,
so selig erkoren,
auf dir ist geboren
die Klarheit des Herrn!

(Karl Gerok)

Sonntag, Dezember 23, 2012

Weltuntergangswetter


Stieglitze holen sich energiereiche Nahrung


Die Welt ist zwar nicht untergegangen, wie der apokalytische Hype in den Medien der letzten Wochen glauben ließ, aber immerhin dreht das Wetter hier momentan einige Kapriolen.
Zunächst fürchtete ich schon, dass wir hier wieder einen Winter mit dem typischen kontinentalen Einschlag bekommen, damit meine ich kalte Ostwinde und wenig pflanzenfreundliche Kahlfröste.  Am Anfang der Woche hatten wir Temperaturen, die den bereits gefallenen Schnee schmelzen ließen, aber gestern abend fing es dann wieder an zu schneien, wenn auch sehr verhalten.

Dieser feine grisslige Schneefall hielt auch noch heute morgen bei Temperaturen von minus 4°C an. Aber die Temperaturen stiegen dann, und der Schnee wandelte sich in Regen um.

 Die Wetterzentrale gibt für Berlin-Brandenburg eine Unwetterwarnung wegen Glatteis heraus: "Es besteht eine UNWETTERWARNUNG.  In den Abendstunden und in der kommenden Nacht gelangt von Westen milde Meeresluft nach Brandenburg und Berlin, so dass dann mit einer allmählichen Entspannung der Glatteissituation zu rechnen ist." 
Es wird empfohlen zuhause zu bleiben.  Das haben wir weitgehend getan, sogar Sammys Hundespaziergänge wurden verkürzt, obwohl wir am Wochenende normalerweise mit ihm immer rausfahren um ihn richtig herumtoben zu lassen.


Von einer Entspannung ist hier im Fließtal noch nichts zu merken, die dünne Schneeschicht ist verharscht, und es ist spiegelglatt, die Äste und Früchte der Mispel tragen einen Mantel aus Eis, was wunderschön glänzt durch die LED-Kette, die im Baum hängt. Leider ist ist inzwischen dunkel, so dass meine Fotokünste nicht reichen, um das zu dokumentieren.
Wir sitzen im Warmen und stecken die vierte Kerze an. Einen fröhlichen vierten Advent aus dem Fließtal!

Sonntag, Dezember 16, 2012

An der Futterbar

 Heute sind wir wieder unser Lieblingssonntagswinterbeschäftigung nachgegangen dem
 'Birding' ( Achtung, Elke...anklicken ;-)) für Stubenhocker, d.h. wir sitzen bei einer Tasse Kaffee am Küchentisch und beobachten unsere geflügelten Wintergäste an den Futtersilos.
Jetzt sind sie wieder da: Die Distelfinken ( auch Stieglitze genannt), die in Trupps die Gärten nach verbliebenen Samenständen unordentlicher Gärtnerinnen absuchen.
Unsere Kardendisteln geben nichts mehr her, dafür hat mein GG ihnen die neue Riesenfuttersäule mit geschälten (!) Sonnenblumen gefüllt, die von allen Finkenvögeln und Meisen dieser Region dankbar angenommen werden. Letztes Jahr hatten wir die Säulen noch mit den Wildvögelmischungen der einschlägigen Supermärkte gefüllt und mussten feststellen, dass sie regelrecht gemieden wurden. Die Vögel hier bevorzugen eindeutig Sonnenblumenkerne...geschält oder ungeschält...

Beachtlich war die Menge der Finken in ihren Trupps, ich habe hier nur vier fotografieren können, aber mein tapferes Schneiderlein kambeim Beobachten auf sieben auf einen Streich*grins*


In anderen Jahrhunderten wurden diese hübschen Vögel gefangen und in Käfigen gehalten, wovon wohl diese Zeilen eines Gedichts Friedrich Rückerts künden:

Blüte der Distel!
Wer fieng dir weg den Distelfink und Zeisig?
Die Ruthe mit dem Vogelleim der Mistel. 

Ich bezweifle allerdings, ob das mit Mistelleim funktionierte , denn so klebrig finde ich den gar nicht. Diese Art Vögel zu fangen wurde wohl schon seit der Steinzeit ausgeübt, ist bei uns verboten, aber in Ländern wie Südfrankreich, Spanien und Italien immer noch erlaubt, das Komitee gegen Vogelmord berichtet anschaulich darüber.


Auch Rotkehlchen gibt es wieder mehrere hier. Die sind allerdings wesentlich aggressiver miteinander als die Distelfinken und verjagen sich sobald sie sich zu nahe kommen. Gerne sitzen sie auf  Vivaras Meisenknödeln, obwohl wir doch extra für sie die sohgenannten Energieblöcke bestellt hatten, die mit Mehlwürmern angereichert sind.




Da sitzen dann die Meisen drauf :-)) 

Samstag, Dezember 15, 2012

Dritter Advent im Schmuddel (wetter-) garten


Schmuddliges Tauwetter lässt Buchse auseinanderbrechen

Margit bewertet kritisch das Hochleistungsbloggen, Claudia zeigt ihre Schmuddelecken, Heiner liebt seinen häßlichen Garten und verlinkt andere häßliche Gärten ..meiner ist auch dabei! Ein wenig 'turmoil' zur Weihnachtszeit entspricht meinem Verständnis von Lebendigkeit, während die Friede-Freude-Eierkuchen-Kultur der Weihnachtsindustrie mir gelegentlich gehörig auf den Keks geht, getoppt wird das ganze dann noch von bestimmten Hochglanz-Gartenzeitschriften, die uns ständig dressiert- perfekte Gärten präsentieren

 Unästhetische Abstellecke
 Mir gefällt das englische Wort 'turmoil' für Trubel viel besser, weil ich mir dann gleich einen kleinen Wirbelwind vorstelle, der sich um sich selbst dreht und dabei jede Menge frische Luft hereinbringt in die Gartenbloggerwelt...hoffentlich...Margit sein Dank :-))

Vom Schnee versteckter Kompost
Als ich vor immerhin schon 6 Jahren die Welt der Gartenblogger entdeckte, war ich sehr angetan von der Möglichkeit 'normale' Gärten in den diversen Gartenblogs kennenzulernen und dann auch noch weltweit. Und diese normalen Bloggergärten gibt es glücklicherweise immer noch, allerdings haben sich die Hochglanzblogs vermehrt. Ich kann da nur Claudia zustimmen man muss den Mut haben ' sich einfach nicht drum zu kümmern, was andere machen!'  

Landart-wanna-be

Man kümmert sich aber dennoch ;-), ich bewundere all die Menschen, die Kraft, Zeit und vor allem Geld haben ihre Gärten in Parks zu verwandeln, ich schau mir das auch durchaus hin und wieder gerne an. Und versuche dann ebenso die Schokoladenseiten meines Gartens fotografisch zu präsentieren, die gärtnerischen Erfolge zu veröffentlichen. Aber genauso erlaube ich mir die sogenannten 'Schmuddelecken' zu zeigen, und bekunde hiermit, dass mich die Problemzonen der anderen Gartenblogger brennend interessieren. Ich könnte ja etwas erfahren, wie sie damit umgehen.

Eine umgekippte blaue Plastiktonne ist schön...

Neulich las ich über in einem englischsprachigen Blog etwas über die japanische Ästhetik des  Wabi-Sabis , der mich sehr inspiriert hat. Leider finde ich den Blog gerade nicht. wieder.
Aber wikipedia hilft hier weiter. 'Wabisabi ist die Ästhetik des Unperfekten, das sich durch Asymmetrie, Rauheit, Unregelmäßigkeit, Einfachheit und Sparsamkeit auszeichnet. Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit beweisen Achtung vor der Eigenheit der Dinge.'
Es lohnt sich diese Art der Wahrnehmung  auch im Garten zu üben und die Schönheit im Unperfekten, Unbeständigen und Unvollständigen zu erkennen...und wie momentan in meinem Garten sogar im Vergänglichen zu sehen:



Ein Habicht hat in meinem Garten ein Amseldesaster angerichtet, ich habe den Jäger leider nicht gesehen, aber das Ergebnis hinterließ auf dem weißen Schneeteppich Spuren. Vielleicht ein bißchen extrem hier von Ästhetik zu sprechen....aber ich versuche die Eigenheit der Dinge zu respektieren.




Schau an der schönen Gärten Zier..

Wieder ein Ausflug mit der Urania, diesmal einer um die 'Kirchturmspitze' Potsdams herum, wie unsere Moderatorin meinte. Wi...