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Freitag, Mai 27, 2016

Später Flieder


Syringa prestoniae 'Minuet'
Im Frühling herrscht im Osten der Republik das Regiment des Flieders. In vielen Gärten stehen sie noch ...riesige, duftende Büsche, und  an den Bahndämmen der Berliner S-Bahn ist er inzwischen schon verwildert. Eigentlich hatte ich immer mal vor das fotografisch festzuhalten, denn hier gibt es uralte Fliederbüsche, die mit ihrem drehwüchsigen Stämmen beeindruckend aussehen. Ich freu mich darüber, dass diese alten Sträucher noch nicht gegen Lorbeerkirsche und Thujagrün ausgetauscht wurden. Meistens handelt es sich um Syringa vulgaris plus seine Sorten. Eigentlich hatte ich vermutet, dass Späth massenhaft Sorten gezüchtet hat, aber das ist wohl ein Irrtum.


Ein Blick in mein antiquarisches Späth-Buch , das anlässlich des 200jährigen Jubiläums der Baumschule Späth 1930 herausgegeben wurde, erwähnt in ihren Listen nur 'Andenken an Ludwig Späth' , den sogenannten 'Hyazinthenflieder' und 'Fürst Bülow' ausdrücklich als Züchtung von Späth. Alle anderen Fliederarten sind entweder "Wildfänge" oder Züchtungen von Lemn., also Victor Lemoine, dem bekannten französischen Fliederzüchter, wie hinter den verschiedenen Sortennamen zu lesen ist.
Bei Wikipedia gibt es eine lesenwerte Zusammenfassung der wechselvollen Geschichte der Baumschule Späth. In den Links lese ich, dass ein Paul Brückner im Eigenverlag ein Buch über die Historie der uralten Baumschule herausgegeben hat. Die muss ich mir irgendwann mal beschaffen.
Jetzt wohne und arbeite ich jetzt schon so lange in und um Berlin, und weiß mehr über die Gartengeschichte Sissinghursts als über die gärtnerischen Traditionen der Berliner Region.
Syringa meyeri vorne, dahinter Syringa prestoniae 'Minuet'

Die Blütezeit der Syringa vulgaris Züchtungen ist schon vorbei . In meinem Garten stehen aber diverse Arten/Sorten, die jetzt erst zur Höchstform auflaufen und den Garten mit ihrem Duft erfüllen. 
Letztes Jahr wurde Syringa meyeri 'Palibin' kräftig beschnitten, weil er mit den Jahren immer gakeliger wuchs. deshalb hat er im Vorjahr dann mal nicht geblüht. Dieses Jahr nimmt er wieder Fahrt auf und  hat auch ansatzweise wieder seinen kugeligen Wuchs, den ich immer so mochte.


Syringa meyeri 'Palibin'
Die Blütenmenge ist zwar noch nicht so üppig wie in einigen Vorjahren, aber sie reicht aus um abends den gesamten Vorgarten mit Fliederduft zu versorgen.
Im Vorgarten steht  Syringa meyeri (ohne Palibin),  der ist im Gegensatz zum Palibin wirklich zwergig geblieben.
Syringa meyeri
Palibin wurde an seinem Standort in meinem Garten fast 2,50 m, angegeben waren 1,5 m. Deshalb hatte ich ihn beschnitten.
Der Vorgarten von oben ..Blick auf Syringa meyeri 'Palibin' rechts die verblühte Mispel
Ähnliches passiert aktuell mit Syringa prestoniae 'Minuet' . Minuet ist ja eigentlich ein Tanz mit kleinen Schritten. Nur macht mein Fliederexemplar -obwohl in Konkurrenz mit der Haselnuss und einer alten Rose- in diesem Jahr einen "Grand jeté "und ist auch schon über zwei Meter hoch.


Syringa prestoniae 'Minuet'


Und dann gibt es da noch Wolfs Flieder, der endlich blüht. Den hatte ich irgendwann mal in den Vorjahren von einem ambitionierten Hobbygärtner als Steckling bekommen. Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist in China, Korea und im Osten Russlands, er ist also keine Züchtung.
Syringa wolfii
Wie ich gelesen habe, soll der sogar 6 m hoch werden. Das geht ja gar nicht in meinem kleinen Garten. Ich erinnere mich an die Worte einer Gartenbauingenieurin (?) Elke Haase, die in der MDR Gartenzeit zum Thema Flieder eingeladen war und kenntnisreich berichtete. Sie meinte, dass man nicht vergessen darf, den Flieder hin und wieder zurückzuschneiden. Da muss ich einfach mal radikaler werden.






















Das werde ich jetzt auch bei 'Syringa vulgaris' Sensation machen, der zwar sensationelle Blüten hat, aber einen merkwürdigen Habitus.

Sonntag, Juni 07, 2015

Sommer ist die Zeit....


unbekannte alte Strauchrose, im Hintergrund Syringa Syringa x prestoniae
Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war, sagte Mark Twain... recht hat er. Und kaum hat der Juni richtig begonnen, geht's sommermäßig richtig zur Sache. Gestern stieg das Thermometer auf 30°C . Puh, das war wirklich zu heiß, um endlich die Gartenarbeiten in Angriff zu nehmen, für die es bisher zu kalt war. Selbst nachts bleiben die Temperaturen plötzlich im zweistelligen Bereich. Das hatten wir bisher noch nicht.
Und meine Befürchtungen, dass Gewitter und Starkregen die Staudenpfingstrosen plätten, trafen auch nicht ein. Es bleibt weiter viel zu trocken hier.
Die Gräserlandschaft auf dem Anbau verdorrt, aber die Rosen dort kommen wenigstens endlich in Fahrt. Ihre Wurzeln reichen tief genug um Wasser aufnehmen zu können. Wenn ich aus dem Fenster schaue,  umrahmen zwei große Strauchrosen den Blick nach draußen.

Ghislaine de Feligonde
Ghislaine auf Grasdach liegend...







Links die alte Strauchrose hat ihre magentafarbenen Blütenkaskaden aufs Dach gelegt und von rechts wächst 'Ghislaine de Feligonde' fast ins Fenster. Viele Blüten sind voller Blattläuse, aber justals ich aus dem Fenster schaute, konnte ich einen Zilp-Zalp beim Ernten der Blattläuse beobachten. Das Problem Blattläuse erledigt sich hier grundsätzlich immer von 'selbst'. Da habe ich noch nie etwas dagegen unternommen.


Obwohl ich schon etliche Versuche unternommen habe, den Namen der duftenden Rosenschönheit nachträglich herauszufinden...mit Hilfe einschlägiger Seiten... ist mir das bis heute nicht gelungen.
Die Rose hatte ich vor Internetzeiten gepflanzt, wenn ich mich nicht irre, hatte ich sie mal aus Sangerhausen gekauft.


Der spät blühende Flieder im Hintergrund gehört zu den Preston- Fliedersorten. Das sind Hybriden aus Syringa villosa und Syringa reflexa.  Er blüht immer zusammen mit den Rosen, hat einen schönen aufrechten Wuchs, die Blütenrispen stehen dicht aneinander.


Eine der wenigen Austin- Rosen, die hier die Winter überlebt haben 'Golden Celebration'  blüht dieses Jahr mit mehr als drei Blüten. Was für ein Wunder ;-) Vor über einem Jahrzehnt hatte ich mir mal ein paar Rosen von der Insel mitgenommen, die fast alle in der Zwischenzeit das Zeitliche gesgnet haben. Das Foto habe ich vom Dach aufgenommen, auf das ich wegen einer Nahaufnahme geklettert bin.


Hier vorne hat auch eine weitere wunderbare alte Rose bereits eine (!) Blüte geöffnet.Auch da weiß ich nicht mehr den Namen. Erst eine ähnlich ausssehende Rose eines Fotografen bei G+, hat mich auf eine heiße Spur gebracht, es könnte sich vielleicht um 'Belle Isis' oder 'Duchesse de Montebello' handeln.

Für Belle Isis, die nur einen Meter hoch werden soll, ist meine aber viel zu hoch, außerdem ist das Rosa der Blüte nicht nach innen abgedunkelt, wie beschrieben. Die Duchesse wächst höher , das käme eher hin. Der überhängende gesunde Wuchs, die volle Blüte in jedem Jahr und der sensationelle Duft treffen auch auf meine alte Rose zu.

Im hinteren Teil des Gartens blühen meine Neuanschaffungen, d.h. diese kräftige Rose in Aprikosenfarbe, die sich beim Verblühen nach rosa verändert, war der Wunsch meines Mann...witzigerweise heißt die 'Chippendale', was mich nicht unbedingt an den Möbel-Designer aus dem 18. Jahrhundert erinnert...der übrigens auch wie mein GG aus Yorkshire stammt.


Deren Namen werde ich wohl nicht so schnell vergessen....Vorletztes Jahr auf dem Bioland-Rosenhof an der Oder gekauft, scheint sie wirklich das zu sein, was sie verspricht...kräftig und gesund, und sie blüht sogar zwei Mal, und duftet leicht zitronig, wie ich finde. Mal sehen, wie hoch die noch wird. Momentan ist sie höchstens 80 cm.
Dieses Jahr hat die Rosenrollwespe wieder zugeschlagen, ich möchte wirklich mal wissen nach welchen Kriterien die sich die Blätter aussucht. Neben unser Eingangstreppe stehen zwei hochgewachsene Strauchrosen, wirklich Laub an Laub, dennoch ist nur die Austin-Rose betroffen, die namenlose ( von Kordes?) zeigt kein einziges Rollblatt.


Gesundes Laub








Heute morgen gab's gärtnerische Tipps zum Thema Rose in der MDR Gartensendung, natürlich kam auch die Bekämpfung der Rosenrollwespe zur Sprache. Empfohlen wurde alle Blätter einzusammeln und im Hausmüll zu entsorgen. Wenn ich das mache, ist die Rose nackt.  Im Link der Webseite lese ich allerdings auch die Empfehlung den Strauch radikal zurückzuschneiden.


Natürlich geht es auch bei den Strauchpfingsrosen los, aber bei den meisten sind es nur einzelne Blüten, die aufgegangen sind. Nur an 'Bowl of Beauty' , von der ich zwei habe, blühen alle Blüten an einem vollsonnigen Standort.

'Bowl of Beauty'



Momentan übe ich Nahaufnahmen an den bizarr gebauten Blüten der Tradescantia und der Schaben-Königskerze. Beide haben kleine puschlige Staubblätter, und es ist ziemlich schwer sie in der richtigen Schärfenebne zu erwischen.

Etwas schräg gewachesen Verbascum blattaria...unter einer Rose
Tradescantia virginia hat sechs Staubblätter, die mit langen, violetten Haaren besetzt sind. Diese kleinen Puschel sieht man nicht erst auf den ersten Blick, erst im Makro erkennt man die Besonderheit. Die Dreimasterblume ist  auch eine der Stauden, die völlig aus der Mode gekommen ist. Vermutlich weil sie im Garten fast lästig werden kann, wenn man nicht aufpasst und sie nicht rechtzeitig abschneidet; sie versät sich nämlich sehr gerne überall.


Mich erinnert sie an Karl Foerster,  der ja dafür bekannt war,seine Gewächse auch gerne in Vasen zu dekorieren.

Sonntag, Mai 17, 2015

Was mach ich nur mit meinem Flieder?

Hier im Osten der Republik und noch östlicher ist Flieder eines der Gehölze, das man noch in sehr vielen Gärten findet, sicherlich weil er so pflegeleicht und robust ist. Er ist so hart, dass er alle harten kontinentalen Winter übersteht, was man auch daran erkennt, dass er überall auf den Ruderalflächen in und um Berlin verwildert wächst. Der Strauß unten stammt auch nicht aus meinem Garten, sondern vom S-Bahn-Damm!

Komm lieber Mai und mache...
Flieder Syrina meyeri 'Palibin' vor drei Jahren
Da ich dieses altmodische Gehölz mag, nicht nur wegen seiner Winterhärte, sind natürlich etliche Sorten in meinem Garten gelandet, die sich auch jeden Mai in meinem Blog wiederfinden. Seit letztem Jahr macht mir mein Lieblingsflieder Syringa meyeri 'Palibin'  Sorgen, war er doch in den Anfangsjahren ein wunderbar wachsender, kugliger Busch mit stets voller Blüte. Inzwischen wächst er sparrig,  die kuglige Form ist dahin. Aus diesem Grunde habe ich in nach der letzten Blüte buchgemäß beschnitten, d.h. einige alte Äste herausgenommen. Das hatte zur Folge, dass er  .










in diesem Jahr noch staksiger aussieht und auseinanderfällt.
Und auch der Habitus der anderen beiden Sorten, die an der Grenze zum Nachbarn wachsen, gefällt mir nicht. Die Blüte durchaus, aber der Wuchs ist zu hoch, die Sträucher sehen eher aus wie Bäume denn als Büsche.

Syringa meyeri 'Palibin' wird zu hoch und fällt auseinander
Daraufhin habe ich auf einer meiner Hunde-Radtouren mal aufmerksamer in anderer Leute Garten geschaut und mir die wild wachsenden Flieder am Bahndamm angesehen.


Es gibt hier glücklicherweise noch viele alte Fliederexemplare, die noch nicht ausgetauscht worden sind gegen Lorbeerhecke und Co. Manche wachsen tatsächlich wie Bäume und haben richtige Stämme, die meistens einen interessanten Drehwuchs haben. Der obige ist noch nicht mal der älteste, den ich gesehen habe, aber ich kam mir ein wenig doof vor meine Kamera in anderer Menschen Garten zu halten, deshalb gibt es nur dieses eine Foto.


Auch nicht gerade ein Top-Habitus, wie ich ihn mir wünsche


Schön fand ich die Hecken, die ich in einer Gartenkolonie in der Nähe entdeckte, die überhaupt nicht sparrig aussahen, und bei denen ich feststellte, dass sie offenbar wie jede x-beliebige Hecke geschnitten werden.



Aber es gab auch den ordinären Syringa vulgaris als Solitär auf einer Ruderalfläche, ungeschnitten und doch wunderschön voll und rundlich, wie ich es mir beim Flieder wünsche.
Woran liegt es nun wie ein Flieder wächst, am Schnitt oder an der Züchtersorte? Ich weiß es immer noch nicht, und habe es auch noch nicht durch den Blick in fremder Menschen Gärten herausgefunden. Nach den Erfahrungen mit meinem 'Palibin'  bisher hatte ich es immer an der Sorte festgemacht, dass er so schön kugelig wuchs...aber jetzt...?
Vielleicht muss ich doch mal nach einem Spezialisten suchen, um ihn zu befragen, ob ich den Palibin zur Kugel schneiden kann, oder radikal kürzen soll und nicht nur einige alte Äste herausschneiden?

Übrigens:
Im Grünen Anzeiger kann man momentan  einen aus dem Russischen übersetzten Artikel über dieses Gehölz lesen, dass eben wegen ausgezeichneter Winterhärte auch in Russland kultiviert und gezüchtet wurde. Die Züchtungsarbeiten des Leonid Kolesnikows, der wohl zu Sowjetzeiten der Fliederzüchter war, werden dort ausführlich beschrieben.
Die  Sorten ( ohne Foto) mit Namen und Beschreibungen wie....'Moskauer Morgen' ...ist dank des silbernen Schimmers besonders im Morgenlicht sehr beeindruckend....oder...sanft duftende Sorte mit kugelförmigen Pompomblüten, die voll erblüht den zarten Blumen der Seerosen gleichen....dann aber prosaisch 'Kosmomolzin' genannt, lassen mich aufhorchen und im Netz nach Fotos und Baumschulenangeboten suchen.
Aber denkste, da gibt es offenbar keinen Austausch mit den Hortophilen des Ostens...leider...Wir wenden den Blick immer noch gen Westen , insbesondere ins Gartenland Großbritannien.
Nachtrag:
Doch hier habe ich etwas gefunden:  http://fliedertraum.de/raritaeten/russische-raritaeten/flieder-syringa-pamjat-o-kolesnikowe

Schau an der schönen Gärten Zier..

Wieder ein Ausflug mit der Urania, diesmal einer um die 'Kirchturmspitze' Potsdams herum, wie unsere Moderatorin meinte. Wi...