Posts mit dem Label Moor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Moor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, Juli 23, 2012

Von Moor zu Moor


Am Sonntag haben wir einen Ausflug in den nordwestlichen Zipfel des Oberhavellandes gemacht, in dem auch wir heimisch sind. Ziel war Menz, als Ausgangspunkt um einen Moorwanderweg ( bzw. Moorlehrpfad/ in Neusprech Moorerlebnispfad) zu erkunden, der durch die Fachhochschule Eberswalde mit  EU-Fördermitteln 2008 fertiggestellt wurde.


Es war bestes Wetter, gut vorbereitet mit Mückenrepellents zogen des Weges, der uns um den direkt bei Menz gelegenen Roofensee führen sollte, auf den an fünf vorbereiteten Stationen die unterschiedlichen Niedermoorflächen vorgestellt werden sollten.




Bis zur Station 1 liefen wir Strecken, die typisch sind für unsere seenreiche Landschaft hier. Ich dachte so still vor mich hin,......das hättste auch am Mühlenbecker See haben können...sumpfige Flächen entlang des Sees, der Hang am See bewachsen mit Kiefern, teilweise in typischer fächendeckender Kultur.
Aber immerhin gab's keine Mücken, wie vermutet, ( was ich übrigens für dieses Jahr ungewöhnlich finde, da sie uns 'normalerweise' im Kreis Oberhavel und auch in meinem am Fließ gelegenen Garten immer belästigen)


Aber bei genauem Hinsehen entdeckte mein botanisches Auge an einem mit älteren Kiefern bewachsenen Hang eineninteressanten Bewuchs: Ästige Graslilien ( Anthericum ramosum), an manchen Stellen standen sie in Gesellschaft mit Sandthymian, Kratzbeeren, Zypressen-Wolfsmilch und  Veronica spec.. ...




Ich erwartete die volle Moorpackung, und erlebe (Halb)Trockenrasenvegetation. Naja, auch nicht schlecht.
Sammy posiert vor alter Kiefer
Bei einem Campingplatz führte uns der Wegweiser dann endlich zu Station 1, mit dem Titel: Ein Moor kehrt zurück.



Auf Info-Tafeln wird uns der Weg des Verlandungsmoores Grubitzwisch erklärt, war es doch zunächst ein See, dann eine von Menschen genutzte Wiese und jetzt eben wieder ein Biotop, wo
Sumpf-Blutauge, Torfmoose, Wollgras, Fieberklee, Sumpfschrecke,  Grasfrosch und Waldeidechse leben. Gesehen habe ich allerdings nur jede Menge Wollgras.


An der nächsten Station 2  : Schleusenwiese ,einer Feuchtwiese, bei der es sich um ein Verlandungsteil des Roofenees handelt, gab es dann die Show eines einsamen Kaisermantel-Weibchens Argynnis paphia , das dort ausgiebig seine Mahlzeit am blühenden Wasserdost des Feuchtwiesenrandes einnahm.


Ein bißchen verunsichert bin ich schon, ob es sich nicht sogar um Argynnis paphia f. valesina handelt. laut Wikipedia,' die dunkle Form der Weibchen. Sie hat eine, besonders auf dem Hinterflügel, dunkel übergossene Oberseite, die zuweilen einen blauen Schimmer haben kann. Sie ist in Mitteleuropa selten, sie kann jedoch im Süden (Spanien und Italien) und Osten des Verbreitungsgebiets die dominierende Morphe sein und fehlt z. B. in Irland vollkommen.'


Der blaue Schimmer auf den Unterseiten der Flügel war nämlich deutlich zu erkennen.


Vor lauter Falterseligkeit, habe ich viel zu wenig Zeit gehabt die  Vegetation genauer unter die Lupe zu nehmen, aber immerhin ist mir noch ein besonders schönes Exemplar von Wald-Engelwurz aufgefallen. Mein GG plus Sammy drängten nämlich zum Aufbruch und wollten eigentlich noch die anderen Stationen besichtigen.


Schließlich hatten wir bisher nur Verlandungsmoore besichtigt, und wollten nun mal ein richtiges Moor sehen!
Station 3 , einem Erlenbruch, schenkten wir deshalb nur wenig Beachtung, so etwas gibt's im Fließtal einige. Station 4 schwänzten wir, sondern gingen gleich zu Nr. 5 dem Großem Barschsee. 

Am Großen Barschsee

Torfmoos
Hier erwartete uns dann endlich ein Kesselmoor, ursprünglich wohl irgendwann nach der Eiszeit auch mal ein See, der sich aber danach zu diesem Kesselmoor entwickeln konnte, ohne Eingriffe von Menschen erfahren zu haben. Moore 'wachsen'  sehr langsam'.: Bei Untersuchungen fand man in über 7 m Tiefe ein Ascheband von einem Vulkanausbruch in der Eifel, der sich ungefähr 12.500 v. H. ereignete. Daraus kann man schlussfolgern, dass in diesem Kesselmoor mit einem Torfkörper von
8 Metern Dicke nur 0,6 Millimeter Torf in einem Jahr abgelagert haben.
Sumpfporst
Dieses Kesselmoor hat seine Entwicklung bereits abgeschlossen ( Begründung ist im Link sehr anschaulich dargestellt.) Deshalb wird das Gebiet auch inzwischen von Bäumen wie Kiefern und Birken besiedelt.
Dennoch gibt es hier durchaus die dem nährstoffarmen, sauren Bodenverhältnissen angepasste Pflanzenwelt. Sonnentau und Rosmarinheide habe ich zwar nicht gesehen, dafür aber den seltenen Sumpfporst.
 
Ledum palustre steht auf  der Roten Liste, sein aromatischer Duft erinnerte mich sehr an Terpentin. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Menschen ihn mal  als Zusatz beim Bierbrauen verwendeten. Aber damals ging's wohl mehr um eine zusätzliche psychoaktive Wirkung der Pflanze. Bemerkenswert auch der Hinweis, dass die Bersekerwut der Wikinger mit der Rauschwirkung dieser Pflanze in Zusammenhang gebracht wird.


Unsere Wanderung setzen wir dann auf der anderen Seite des Roofensees fort, die hauptsächlich mit alten Buchen bestanden ist  und an der sich ebenfalls eine 'Klause' befindet, in die wir hungrig einkehrten.












Montag, Oktober 27, 2008

Stippvisite in Niedersachsen

Renaturierung
Letzte Woche war ich zu einem Verwandtenbesuch in meinem alten Heimatland Niedersachsen.Das Wetter war prächtig, trotz gegenteiliger Ansagen der Wetterberichte. So schien die Sonne strahlend als Schwester samt Hund und ich einen Ausflug in das "Große Moor" bei Gifhorn machten.
Moorhund
Das Moor gehört, wie ich erst durch Nachlesen erfuhr, zu den größten Naturschutzgebieten in Niedersachsen, und hat eine Fläche von 2720 Hektar. Beachtlich...ich hatte keine Ahnung davon.Der größte Teil besteht aus sogenanntem Hochmoor ein Fünftel davon ist Niedermoor. Näheres zur Geschichte dieses Gebiete kann man hier nachlesen
.Moor
Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea)


Bis in die sechziger Jahre hat man dort Torf abgebaut, als Düngetorf und als Brenntorf verwendet, was natürlich zur Folge hatte, dass die moortypische natürliche Fauna und Flora dezimiert bis ausgerottet wurde. Das Birkhuhn, was in den achtziger Jahren dort heimisch war,ist wohl-wenn ich die Quellen richtig lese- inzwischen ausgestorben.
Bei Wikipedia kann man lesen, dass Hobbygärtner immer noch 2,3 Millionen Kubikmeter Torfwerden jedes Jahr zur Bodenverbesserung ihres Gartenbodens verwenden. Erstaunlich, wie hartnäckig Menschen an konventionellen Methoden des Gärtnerns festhalten, auch wenn es nur hobbymäßig geschieht. Und wenn ich ehrlich bin, beteilige ich mich auch selbst an diesem Raubbau der Natur. Aus Bequemlichkeit habe ich häufig dann doch wider besseren Wissens Anzuchterde für die ersten Aussaaten im Jahr verwendet. Obwohl es natürlich mit in einer in der Mikrowelle sterilisierten Komposterde-Mischungen ebenso funktioniert.Torfberge

Renaturierungsfläche mit Torfbergen
In diesem naturgeschütztem Moorgebiet gibt es inzwischen kilometerlange Wander- und Fahrradwege mit Lehrtafeln und die Möglichkeit sich mit einer Schmalspurbahn spazierenfahren und sich dabei die Geschichte dieses wohl schon vor 6000 Jahren entstandenen Moors erklären zu lassen.
Moorbahn
Das Wandergebiet ist von Entwässerungskanälen durchzogen, die bereits im 19. Jahrhundert von polnischen Wanderarbeitern angelegt worden waren...alles nachzulesen auf den aufgestellten Lehrtafeln.
Entwässerungsgraben
Man sollte nur auf den Wegen bleiben, wie in allen Naturschutzgebieten, dennoch wagte ich mich ein paar Meter hinein in ein Waldstück mit schwankendem Boden, um mir die Flora näher anzusehen. Als typische Pflanzen entdeckte ich neben dem bereits oben gezeigten Bentgras (Molinia), Preiselbeeren , Glockenheiden.
Preiselbeeren
Aber auch dieses Eckchen Erde wird von Menschen besiedelt, die dann ihre Gartenabfälle hier entsorg(t)en. So entdeckte ich eine Kolonie des vermaledeiten
japanischen Riesenknöterichs, die orangefarbenen Lampionpflanzen leuchteten mir aus dem Gras entgegen und der wilde Wein wucherte im Unterholz...


http://de.wikipedia.org/wiki/Moor

Wenn dir das Leben Zitronen gibt....

...mach Limonade daraus. Ich hab's getan. Wie...das erzähle ich nachdem ich ein wenig über meinLeben mit Zitruspflanzen im Kübel ...