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Montag, Oktober 10, 2011

Mitten in der toskanischen Macchie

Anfahrt auf der Straße nach Cortona
Inmitten von Baumheide, Salbeiblättrigen Zistrosen, verbuschten Steineichen, immergrünem Kreuzdorn und verschiedenen Wacholderarten lag hoch über dem Val di Chiana  das 'casa per le vacanze'', das wir fünf Gartenfreunde (plus Hund) uns in der Toskana gemietet hatten. das Ferienhaus thronte noch über der alten Stadt Cortona, die älter als Rom sein soll und von den Etruskern über das damals malariaverseuchte Val di Chiana gebaut worden sein soll.
Eßkastanien und blauer Himmel
Eigentlich hatte ich mir im Herbst angenehme Temperaturen für Wanderungen und Stadttouren vorgestellt, da ich den toskanischen Sommer in der Nähe von Grossetto bereits kennengelernt und vor vier Jahren nicht allzu gut vertragen hatte.
Aber es kam anders, der Sommer hatte sich in Cortona noch entschlossen zu bleiben, die Sonne strahlte mit voller Macht vom Himmel und ließ die Temperaturen auf 30° C ansteigen.
Außerdem hatte ich mir vorgestellt in den Wäldern auf Porcinisuche zu gehen und die herabgefallenen Maroni der Eßkastanienbäume sammeln zu können. Aus der Pilzsuche wurde leider nichts, es war knochentrocken in den Wäldern, kein Steinpilz weit und breit, alles, was ich fand, waren drei Mittelmeerschmerlinge, die nun nicht unbedingt bekömmlich sind. Porcinis gab es nur im Handel in der Stadt zu besichtigen und für horrende Preise zu kaufen.
Die Wanderungen waren für uns Flachlandmenschen etwas gewöhnungsbedürftig, die Ab- und Aufstiege der Wanderwege oft mit Brombeeren zugewachsen und durch den trocknen und lockeren Gesteinsschutt häufig rutschig und abenteuerlich.
Besonders schön war die Wanderung zum Convente delle Celle ( zumindest die Strecke hin), die  ziemlich steil bergab durch einen schattigen Wald mit uralten Eßkastanienbäumen führte.
alter Kastanienbaum


Das Kapuzinerkloster lag genau unter unserem Ferienhaus, selbst mit Fernglas konnte man es kaum erkennen. Es liegt in einem Tal, direkt oberhalb eines Gebirgsbaches umrahmt von Steineichen und Zypressen.
Convento delle Celle
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Dachziegeln ... Während auf unseren Dächern auch schon mal Reste von Silvesterraketen zu finden sind, entdeckte ich hier auf den Dächern des Klosters Patronenhülsen .....



Ein freundlicher Mönch ( Hatte sein braunes, schlichtes Gewand eigentlich eine Kapuze, nach der diese Gruppierung der Franziskaner benannt wurde?) erzählte uns in englischer Sprache, dass wir just zum Todestag des Franz von Assisi im Kloster eingetroffen waren, der das Kloster 1211 gründete, also vor genau 800 Jahren. Wir lästerten zunächst herum, ob der Name des Ordens wohl etwas mit dem leckeren Cappuccini zu tun hat, den man in Italien trinken kann. Und das hat er sehr wohl, wie man bei Wikipedia nachlesen kann.'
Cappuccino basiert auf dem österreichischen Kapuziner, einer Wiener Kaffeespezialität. Dies ist ein Mokka, der mit flüssigem Schlagobers (Schlagsahne) vermischt wird, wodurch das Getränk eine Färbung erhält, die an die Kutte eines Kapuzinermönches erinnert. Dementsprechend hat auch der Cappuccino seinen Namen vom italienischen Wort für „Kapuze” (cappuccio), weil seine Farbe der Kutte der Kapuzinermönche ähnelt.

Der Kapuzinerorden ist ein franziskanischer Bettelorden...eine fremde Welt für mich als lutherisch geprägten Menschen.




Auch Bettelmönche pflegen ein Gärtchen, wie ich feststellen konnte, sehr niedlich mit seinen kleinen Beetchen auf einer der Terrassen auf dem Weg zu den Häsuern gelegen.

Der Sonnengesang

  1. Höchster, allmächtiger, guter Herr,
    dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
    und jeglicher Segen.
    Dir allein, Höchster, gebühren sie,
    und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
  2. Gelobt seist du, mein Herr,
    mit allen deinen Geschöpfen,
    zumal dem Herrn Bruder Sonne;
    er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
    Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
    dein Sinnbild, o Höchster.
  3. Gelobt seist du, mein Herr,
    durch Schwester Mond und die Sterne;
    am Himmel hast du sie gebildet,
    hell leuchtend und kostbar und schön.
  4. Gelobt seist du, mein Herr,
    durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
    und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
    durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.
  5. Gelobt seist du, mein Herr,
    durch Schwester Wasser,
    gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.
  6. Gelobt seist du, mein Herr,
    durch Bruder Feuer,
    durch das du die Nacht erleuchtest;
    und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.
  7. Gelobt seist du, mein Herr,
    durch unsere Schwester, Mutter Erde,
    die uns ernährt und lenkt
    und vielfältige Früchte hervorbringt
    und bunte Blumen und Kräuter.
  8. Gelobt seist du, mein Herr,
    durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
    und Krankheit ertragen und Drangsal.
    Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
    denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.
  9. Gelobt seist du, mein Herr,
    durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
    ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
    Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
    Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
    denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.
  10. Lobt und preist meinen Herrn
    und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.
(Quelle: Das Erbe eines Armen. Die Schriften des Franz von Assisi. Hrsg. von Leonhard Lehmann OFMCap. – Topos Plus, 2003)






Die Blauregenblüte wird ausfallen

Auch im Garten im Fließtal haben zu früher Austrieb und zwei Spätfrostnächte Spuren hinterlassen. Und das bei Pflanzen, bei denen ic...