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Mittwoch, April 15, 2009

Auf touristischen Pfaden in Brandenburg

Oderbruch
Foto: Schöne Aussicht (Reitweiner Sporn)


Am Osterwochenende sind wir zu Ausflügen in Brandenburg aufgebrochen. Dieses Jahr liegen die Ferien so günstig, dass ich in den Genuss kam mir die wunderschöne Adonisblüte an den Oderhängen im Oderbruch anzuschauen, ein Naturerlebnis. Das Oderbruch ist ein sehr beliebtes Ausflugsgebiet für den Berliner und auch den Frankfurter ( und natürlich alle anderen Touris), so dass mir persönlich am Wochenende immer viel zu viel los ist, wenn die Adonisblüte startet sowieso; selbst am Dienstag war in Lebus reichlich Fahrrad- und Wanderbetrieb.
Das Oderbruch ist ja eine recht platte Landschaft und nicht umsonst Eldorado für Radfahrer, es gibt aber eben auch Erhebungen: die Oderhänge am Randes des Oderbruchs , man nennt sie auch "Pontische Hänge". Der Begriff "pontisch" leitet sich vom griechischen Wort "pontos" , womit das Schwarze Meer gemeint ist, Pflanzen und Tiere aus diesem Verbreitungsgebiet werden wissenschaftlich als pontische Faunen- und Florenelemente bezeichnet. Sie umfassen v.a. Arten der Steppen-, Waldsteppen- und Wüstengebiete.
Ich zitiere aus meinem Herder Lexikon der Biologie: " Der pontische Raum war während der letzten Eiszeit ein bedeutendes Glazialrefugium. Postglazial wurden von hier aus weite Teile O. und Mitteleuropas besiedelt, so dass sich zahlreiche floristische und faunistische Übereinstimmungen finden".
Bezogen auf das Gebiet rund um Lebus, das wir besuchten, heißt das, dass hier besondere kleinklimatische Bedingungen sind, die eine besondere Vegetation sich haben entwickeln lassen.
Wenn ich den Satz aus meinem Lexikon richtig verstehe, heißt das aber auch, dass bestimmte Pflanzen (+Tier) nach der Eiszeit wieder aus dem pontischen Raum "ausgewandert" sind, also auch das Adonisröschen??? NABU gibt dazu folgende Auskünfte: "

"Das Frühlings-Adonisröschen ist eine typische Pflanze kontinentaler Steppen. Das geschlossene Haupt-Verbreitungsgebiet von Adonis vernalis liegt in der westasiatisch-südsibirisch-pontisch-pannonischen Steppenregion. Weiter nach Westen und Nordwesten tritt die Art nur noch in getrennten Kleinarealen und Insellagen ausgesprochener Trockengebiete auf, etwa an der Weichsel und eben auf trockenwarmen Standorten im mittleren Odergebiet. In größerer Zahl kommen die Adonisröschen noch im Mitteldeutschen Trockengebiet vor, ganz vereinzelt im Rhein-Main-Trockengebiet, zum Beispiel auf dem Mainzer Sand."



Trockenwarm war es gestern, wir kamen in unseren dicken Jeans gegen elf Uhr vormittags an und schwitzten uns schon bei den ersten Schritten die Seele aus dem Leib. Zunächst waren wir in der Gegend des Reitweiner Sporns, um uns den Ort anzuschauen, wo mein Vater als achtzehnjähriger Jüngling für das verbrecherische Naziregime fast sein Leben lassen musste. Es ist eine seltsame Gegend, dem Erdreich in dieser Gegend sieht man immer noch die Verwundungen von damals an. Mein Mann meinte allerdings, dass die vielen Löcher im Erdreich auch neueren Ursprungs seien....manche Reliktesammler sind ja hemmungslos. Zur Geschichte findet man auch interessante Zeitzeugenberichte über diesen Ort hier nachzulesen, u.a. auch von meinem Vater.
Anschließend sind wir dann ein paar Kilometer weiter nach Lebus gefahren, zur Mittagszeit wurde es dann noch einmal richtig warm...so dass wir uns erst einmal in ein Gartenlokal direkt an der Oder setzten und uns bei einer Apfelschorle erst einmal entspannten.Oder

Auf der anderen Seite der Oder sah man durch das Fernglas polnische Autobesitzer ihre Autos
waschen....


.Oder
Dort wo die Sonne strahlte, strahlten auch die Blüten der Kirschbäume oder wie hier auf dem Foto die Schlehenbüsche, die die Straßen häufig begleiteten.
Aufwärts

Höhepunkt waren dann allerdings die Adonishänge, wo die Pflanzen ihre sonnenartigen Blüten weit geöffnet hatten.
Adonishabitat

Adonisröschen richten sich mit ihren Blüten genau nach dem Stand der Sonne.
And again...

Die Blüten dieser Adonispflanze haben wir vormitags an einem anderen Standort bei Reitwein fotografiert, man sieht, dass die Blüten noch nicht ganz geöffnet sind und noch Richtung Osten zeigen. Bei voller Sonne sind die Blüten dann weit geöffnet und sehen wie kleine Sonnen aus.

Adonis und Schrecke

Die Wärme ließ auch die Insektenwelt aktiv werden, so dass ich diese kleine Schrecke auf der Blüte fotografieren konnte oder einen klimmzugübenden Ölkäfer (Maiwurm), der übrigens ein interessantes Insekt ist: "
"Wissenswertes
Der Name (Maiwurm) stammt von trächtigen Weibchen, die einem Wurm ähneln. Dort sind die Eier untergebracht. Die Entwicklung hängt nicht nur von der Verbreitung durch den richtigen Wirt ab, auch im Wildbienennest muss die Larve erst in eine mit einem Ei gefüllte Zelle gelangen und zwar genau auf dem Ei, ansonsten ertrinkt sie in dem Nektarvorrat. Deshalb ist die Auslese auch besonders groß. Sie schützen sich durch eine ölige, giftige Flüssigkeit, die aus den Beingelenken abgesondert wird und Kantharidin enthält. Dadurch werden Fressfeinde getötet. Für den Menschen wird eine tödliche Dosis des reinen Kantharidins von 30 Milligramm angegeben. In Honig zubereitet wurde es als Liebesgetränk verwendet, so z. B. von Casanova.
" (Natur-Lexikon.com)

Klimmzug
Oder diesen netten Marienkäfer auf der Blüte, dem allerdings ein paar Punkte fehlten.
Marienkäfer
Oder ein Weißlingspärchen, das seine Hochzeit auf einer Schlehe feierte ...
Hochzeit
Die Sonne war gleißend und da ich immer noch keinen UV-Filter für meinen Fotoapparat habe, bekam ich es dann nicht so recht mit der Belichtung hin...meine Schattenbilder der Blüten sind dann IMO auch klarer geworden, denn ein paar der Adonisröschen hatten sich auch im Schatten der wenigen Bäume angesiedelt.Immer noch Adonis


Hier eine wunderbare Verbreitungskarte dieser stark gefährdeten Pflanze

Samstag, Februar 21, 2009

Zogen einst fünf wilde Schwäne, Schwäne leuchtend weiß und schön.

Singschwäne
( Fraßplatz von Schwänen und Gänsen direkt an der Landstraße Richtung Schwedt)

Zogen einst fünf wilde Schwäne,
Schwäne leuchtend weiß und schön. :|
"Sing, sing, was geschah?"
Keiner ward mehr gesehn.
"Ja, sing, sing, was geschah?"
Keiner ward mehr gesehn.

Bald werden sie nicht mehr zu sehen sein: Die Singschwäne bleiben nur im Winter im Nationalpark Unteres Odertal. Aus diesem Grunde finden dieses Wochenende die 3. Singschwantage in Criewen statt, und wir wollten sie uns ansehen und anhören.
Polderlandschaft
In dieser Polderlandschaft an der Oder bei Criewen sind ihre Ruhe- und Schlafplätze.
Singschwäne sind die nur etwas kleineren Brüder und Schwestern der schon fast domestizierten Höckerschwäne. Im Gegensatz zu diesen "singen" sie weithin hörbar mit glockenartig klingenden Rufen. Außerdem unterscheiden sie sich durch den gelbschwarzen Schnabel.Hier an der Oder sind im Februar und März die größten Ansammlungen zu sehen. Dieses Jahr-so wurde uns erzählt-haben sich wegen des strengen Winters weniger eingefunden. Zum Brüten verschwinden sie dann wieder in das nördliche Europa.
Los ging es beim Nationalparkhaus in Criewen, das ist ein Ortsteil von Schwedt/Oder. Massen von Menschen hatten sich eingefunden, die zunächst im Haus einen Vortrag über die Biologie dieser Schwäne hörten und dann Richtung Polderlandschaft loszogen.



Die Vögel sind recht scheu, durch das Fernglas konnte man gut beobachten, wie sie neugierig ihre Hälse streckten als die Menschentruppe auf dem Oderdeich auf sie zuspazierte. Die roten Jacken waren sicherlich auch nicht ideal, um Vögel zu beobachten, wohl aber um Schwäne zu verschrecken.
Und hier( Foto unten) waren sie dann zu sehen und vor allem zu hören...näher durften wir nicht. Es war ein Spektiv aufgebaut, durch das man schauen konnte Mir fehlte wieder eine Telelinse,allerdings hätte es hier auch nur eine in einer Preisklasse getan , die ich mir sowieso nicht leisten kann..
Wir haben uns dann schnell wieder von der Menschenmasse abgesetzt und haben eine kleine Stippvisite in den Criewener Schlosspark gemacht, der unmittelbar am Nationalparkmuseum liegt!


"Lenné-Park Criewen

Zwischen 1816 und 1826 wurde auf Initiative des Gutsbesitzers Otto von Arnim in Criewen das alte Dorf abgerissen und weiter östlich wieder aufgebaut. Damit wurde Platz für die Anlegung eines Landschaftsparks geschaffen, der nach Planungen des Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné entstand. Im Zentrum des Parks befinden sich das rekonstruierte Schloss und die Dorfkirche. Der 9 Hektar große Park ist gut erhalten und lädt mit seinen seltenen Gehölzen wie Sumpfzypresse, Sommerlinde und Platane zu Spaziergängen ein."


Criewen Lennépark


In das Schloss und in die Kirche konnte man leider nicht hinein, trotzdem gefiel uns die Anlage in dieser wunderschönen Winterwunderwelt.
Criewen Kirche

Diesen Baum hier hätte ich gerne von Kennern genauer bestimmt,es ist eine Erle, die auch noch dekorativ mit Efeu bewachsen ist.Könnte es eine Schwarzerle sein?
Erle

Anschließend entschlossen wir uns zu einem Abstecher auf die polnische Seite der Oder. Auf dem Weg nach Schwedt- wo die Oder überquert werden kann- hatten wir dann das Glück eine Gruppe von Singschwänen auf ihren Fraßplätzen beobachten zu können, diesmal wesentlich näher als in den Poldern vom Deich aus. Das Foto ganz oben habe ich dort aufgenommen. Sie fressen dort von landwirtschaftlichen Nutzflächen irgendwelche Reste (Raps, Maisreste)Sie scheinen sowieso sehr anspruchslos zu sein, auch im Sommer sollen sie sich nur Wasserpflanzen, Gräsern und krautigen Pflanzen zu ernähren.
After one hour's drive away from our house flows the river Oder which separates Germany from Poland. More in English language about this long river you find on this site (click) and here.
The Lower Oder Valley International Park is a shared German- Polish project. This weekend the so called "Singschwantage"(German) are taking part, in English language" Whooper Swan festival" Whooper Swans come to this area near by Criewen at the Oder in october and stay here until march. Their breeding places are in nothern Europe. Normally there are about 500 to 1500 whooper swans gathering in the lower Oder valley, where they have their sleeping and resting places. For feeding they go into farmlands and eat the rests which were left over from harvesting.

"Bringet mich wieder nach Hause..."

  »Hinaus in die Ferne, for'n Sechser fetten Speck, den eß ick jar zu jerne, den nimmt mir keener weg, ...