Sonntag, Februar 28, 2010

Hastiger Besuch

Sieben Bergfinken und ein Spatz
Bisher hatte ich ja nur hin und wieder einen Bergfinken an der Futterstelle des Gartens begrüßen dürfen. Heute saß ein ganzer Trupp im Schnee, und ich hatte auch zufällig die Kamera mit Tele parat. Zwei Fotos aus einer Entfernung von ca. 5 m aus dem Küchenfenster, und weg waren sie , weil sie wohl meine Bewegung am Küchenfenster registriert hatte.
Sie zogen sich zurück in die hohen Bäume der Insel, es muss ein ganzer Scharm gewesen sein, vermutlich auf dem Rückzug in ihre skandinavischen Brutgebiete. Ein paar habe ich dann noch aus einiger Entfernung in der Drachenweide fotografieren können.Bergfinken

Eine Ausschnittvergrößerung zeigt noch einmal ein Bergfinkmännchen in seiner ganzen Pracht, wenn auch nicht besonders scharf...
Bergfink

Samstag, Februar 27, 2010

Loblied auf den Winter

Sammy streckt sich in der Vorfrühlingssonne und schaut nach den Entchen im Fließ
Sonne und nächtliche Temperaturen über dem Minuspunkt sorgen dafür, dass der Schnee taut. Hier im Fließtal, besonders auch in der Straße unseres Dorfes dauert es besonders lange.
Die Straße vor unserem Grundstück, sibirische Verhältnisse

Aber immerhin sind einige meiner Lieblingsfrühlingsstauden und -zwiebelpflanzen zu sehen.
1996, als der Winter hier ebenfalls sehr hart und kalt war- ich erinnere mich an Temperaturen von minus 25°C- waren im Garten etliche Verluste zu beklagen, besonders meine damals aus England mitgebrachten Austinrosen mochten den Kahlfrost überhaupt nicht , Lavendel überlebte ihn auch nicht. Ich zitiere aus meinen Aufzeichnungen von damals ( 11. April 1996!) "Manche Pflanzen scheinen regelrecht verdorrt. Die Blätter der Lenzrosen sind braun, sogar die Bergenien und auch das Lungenkraut sehen zerzaust und struppig aus. Der Boden war laut Zeitung über 1,50 m tief gefroren und es gab zu wenig Niederschläge".
Aus Pflanzensicht war der Winter 2009/10 perfekt. Der Schnee schützte vor Wind, der ja in unseren Breiten häufig auch aus dem Osten weht, und Temperatur: Schnee ist ein schlechter Wärmeleiter, schützt also auch vor zu starker Auskühlung des Bodens. Unter einer Schneedecke gefriert es selten, sie ist also ein 'angenehmer' Aufenthaltsort für viele Pflänzchen. Außerdem ist der Schnee ein Wasserreservoir, was den heranwachsenden Pflänzchen dann sofort zur Verfügung steht.
Und tatsächlich(im Vorgarten Christroseist der Schnee schon etwas stärker abgeschmolzen als hinten) kam im Vorgarten eine bereits blühende Christrose der Sorte ' H. niger 'HGC Josef Lemper'zum Vorschein, an der leider auch gleich der Nachteil einer dicken Schneedecke zu erkennen ist: die Blütenstiele haben einen Knick,Geknickt der Schnee war zu schwer für die Stiele...bzw. die Züchtung nicht angepasst an schwere Schneedecken im Garten. Diese Sorte hatte ich gekauft, weil sie bereits im Dezember blühen sollte, der Schnee da leider einen Strich durch die Rechnung machte.
Die Winterlinge stecken schweren Schnee weg wie nichts, ein vorwitziger blüht bereits, kaum dass der Schnee wegschmolzen ist, andere drängen sich an die Oberfläche.
Vorwitzig
Vom Eise befreit
Jetzt beginnt endlich wieder der Zeit der morgendlichen Gartenspaziergänge auf der Suche nach dem Frühling...leider ist heute morgen keine Sonne mehr zu sehen. Aber der eigentlich angesagte Regen hält sich glücklicherweise noch zurück!
Die Drachenweide schiebt ihre Kätzchen heraus...
Drachenweide
Bei der rotlaubigen Haselnuss sieht man schon bei der weiblichen Blüte die roten Zipfel der Narbe.
Haselnussblüte
Die Korkenzieherweide hält sich damit noch zurück, präsentiert dafür ihre dekorativen männlichen Blüten.
Korkenzieherhasel

Gespannt bin ich allerdings, wie mein kalifornischer Traum diesen Winter wegsteckt, momentan sieht alles etwas struppig aus. Aber wie ich bereits beschrieben habe, sind ja seine unterirdischen Wurzelausläufer tief im Boden, wo der Frost nicht hingekommen ist. Man müsste mal nachschauen, wie es dort aussieht. Thomas wollte doch sowieso Wurzelstecklinge nehmen...aber der ist vermutlich noch im Winterschlaf.
California daydream

Samstag, Februar 20, 2010

Tauwetter


Es tut sich was, seit gestern haben wir Tauwetter in Berlin und natürlich auch im Fließtal, jetzt gibt es neben vereisten Fußwegpartien kleinere Seen, die den Weg zur Arbeit noch ein wenig aufregender machen. Als Gegenmittel wird großzügig Split auf den Wegen verteilt, was das Berliner Ambiente noch ein wenig schmuddliger aussehen lässt, aber immerhin fühlt man sich sicherer.
Der Garten im Fließtal hat immer noch seine weiße unberührte Schneedecke, die mein Helleborusbeet noch fest zudeckt. Kein Blättchen ist sichtbar.Das Fließ ist eisfrei, Entenvögel sind unterwegs, den Eisvogel habe ich leider nicht sehen können. Die buchsumschlungenen Beete, die bisher aussahen, als ob im Garten eine weiße Schneewanne läge, zeigen schon ihr Grün wieder. Ich glaube, ich werde den total verharschten Schnee abfegen müssen, damit die kleinen Hecken nicht leiden müssen. Bei den Buchskugeln habe ich das bereits getan.

Ware Überlebenskünstler sind ja die Semperviven, die im Gegensatz zum mexikanischen Graptopetalum filiferum ohne 'Wimpernzucken' den frostigen Winter überstanden haben, Beide sind auf den ersten Blick sehr ähnlich aussehende Sukkulenten, aber die Hauswurze sind halt evolutionär besser ausgestattet um mit unseren Wintern auszukommen. Frostschutzmittel in Form hoher Zuckerkonzentration machten es möglich.
I



Graptopetalum filiferum

Dienstag, Februar 16, 2010

Lebhaftes Vogeltreiben im Garten

Kugelig
Wenn ich schon nichts über die Pflanzenwelt zu berichten habe, auf die Vogelwelt ist Verlass in unserem Garten.
Ich dachte immer, es wäre ein und dasselbe Rotkehlchen, dass die Meisenknödel belagert, aber es sind zwei, die sich allerdings aggressiv sofort gegenseitig verjagen, sobald eins das andere sieht.
Noch dominanter sind allerdings die Meisen, vor denen das Rotkehlchen sofort flüchtet, wenn sich eine kleine Blaumeise anstürzt.
Meine Meise
Auch Zeisige kommen regelmäßig an die Futterquellen und lassen sich gerne fotografieren.
Very nice nuts today.......
Herr Zeisig

Sonntag, Februar 14, 2010

Eichhörnchenfrühstück

Ahörnchen und Behörnchen
Die Insel hinter der alten Mühle ist ein Refugium für allerlei Getier, Eichhörnchen gehören da eher zu den gewöhnlichen Bewohnern. Heute morgen konnte ich wieder das Pärchen beobachten, das vor einer Woche meinen Garten besucht hat. Diesmal waren sie am Boden unterwegs und ließen es sogar zu, dass ich sie beobachten konnte ohne gleich in die Bäume zu flüchten.. Der Hunger war wahrscheinlich zu groß! Ausdauernd suchten sie den Boden ab, und liefen aufgeregt hin und her. Und irgendwann fing eines der Hörnchen dann auch an zu buddeln.
Nahrungssuche

Offenbar haben sie einen sehr guten Geruchssinn, wenn sie Nüsse unter einer immerhin dreißig Zentimeter dicken Schneeschicht wiederfinden!Auch wenn manche es vermuten merken Eichhörnchen es sich nicht, wo sie Nahrung vergraben haben.
Suche

Es buddelte und buddelte...und buddelte..bis es selbst fast im Boden verschwand.Auf der SucheSuche

Und dann hatte es endlich etwas gefunden und erklomm blitzschnell einen der Sträucher um endlich sein Frühstück einnehmen zu können.

Nussesser

Das andere Hörnchen hatte die ganze Geschichte aufmerksam begleitet und saß eine Etage höher und sah nur zu, wie sein Gefährte die Walnuss - so vermute ich- verzehrte.Beobachter
Da ich die beiden wohl häufiger sehen werde, habe ich sie getauft...sie heißen jetzt Ahörnchen und Behörnchen.

Samstag, Februar 13, 2010

Ist doch klar! - Jeder kehrt vor seiner eigenen Tür!

Flyer mit dieser Überschrift machen die Berliner Bürger aufmerksam auf ihre Räum-und Streupflichten . Da ich in Berlin arbeite und das fröhliche Schneetreiben in unseren Breiten nicht aufhören will, kann ich jeden Tag auf's Neue feststellen, dass Berliner offenbar verlernt haben mit diesen Witterungsbedingungen fertig zu werden. Wobei ich sagen muss, dass man als Autofahrer so gut wie keine Probleme hat: die Hauptverkehrsstraßen sind frei, das Drama spielt sich auf Seitenstraßen und Gehwegen statt.
Vermutlich hoffte man darauf, dass die weiße Schönheit schnell wieder dahinschmelzen würde, stattdessen kommt immer wieder neuer Schnee vom Himmel herab.Und so muss ich mich inzwischen auf dem Weg von der U-Bahn zur Schule auf holprigen, schlecht geräumten Buckelpisten dahintasten, die schlecht geräumt und dann gestreut sind, aber splittfreie Eisbrücken können einem durchaus plötzlich die Beine wegreißen.
Und es wird nicht besser, inzwischen haben sich dann doch Menschen aufgerafft, zeigen Bürgersinn und versuchen Eisflächen mit allerlei groben Instrumenten zu beseitigen. Das geht bis zur Spitzhacke und Presslufthammer, damit Berlin nicht Hauptstadt der Knochenbrüche bleibt.
Der Umgang mit Schnee und Eis will gelernt sein *grins*: An unserer Treppe zum Hauseingang durfte ich eigene Erfahrungen sammeln: Man muss sofort fegen, am besten bevor man die Treppe überhaupt betritt. Mit jedem Tritt auf den frischen Schnee klebt der dieser an den Stufen, den man dann mit dem Besen nicht mehr so einfach entfernen kann, was wiederum in den Folgetagen garantiert in Eis verwandelt wird.
Und es hat schon wieder geschneit hier in unseren Breiten. Inzwischen messe ich 30 cm Schnee auf unserem kleinen Rasenstück hinter dem Haus.

Ich warte sehnsüchtig auf Tauwetter, auf die erste Blüte der Schneeglöckchen und Krokusse, auf meine Schnee- und Lenzrosen,aber von einem Wetterwechsel ist nichts zu spüren.

Sonntag, Februar 07, 2010

Seltener Besuch


Hin und wieder stellt sich an meinen Winterfutterplätzen seltener Besuch ein. So durfte ich zweimal eine Haubenmeise am Meisenknödel beobachten, und habe sie fotografieren können, leider sehr schlecht.
Haubenmeisen sind auch im Winter standorttreu und suchen eigentlich ihre Nahrung hoch in den Kronen von Nadelbäumen. Dort suchen sie im Sommer Käfer und Spinnen, im Herbst und Winter Samen. Sie sollen dort bereits im Sommer Vorratsverstecke anlegen.
In den Gärten der Nachbarschaft stehen etliche hoch gewachsene Fichten, in meinem Garten eine hohe Kiefer, wie in anderen Gärten ebenfalls. Anscheinend sind ihre Vorräte ausgegangen, dass sie sich an die Meisenknödel wagt.
Ein anderer Gast am Futterplatz ist ein einzelner Bergfink, den ich ebenfalls mehrfach an Meisenknödeln habe beobachten können, meistens in Gesellschaft von ein paar Spatzen und nicht wie in einigen Quellen zu lesen mit Buchfinken. Bergfinken kommen bei der winterlichen Suche nach Nahrung von Norwegen, Finnland oder Schweden zu uns, wo sie Brutvögel sind.
Ungewöhnliche Lebengewohnheiten hat dieser Vogel, mehr dazu kann man hier nachlesen:

Er schafft frischen Pulverschnee mit dem Schnabel oder den Flügeln beiseite, um schneebedeckte Bucheckern freizulegen. Vermag auch unter einer gefrorenen Schneedecke bis zu 30 cm lange Tunnel zu graben."

In meinem Garten nahm er mit den am Fließ in der Darchenweide hängenden Meisenknödeln vorlieb, auch hier gibt es nur ein paar schlechte Fotos als Beweis *grins*.... ein Bergfink war im Fließtalgarten.
Wenigstens konnte ich die Nominatfrom der hier ansässigen Schwanzmeise etwas besser mit der Linse heranholen, die regelmäßig mehrmals am Tag die Meisenknödel anfliegen, und deshalb nicht mehr als selten zu bezeichnen sind.Schwanzmeise
Nachtrag: Heute nachmittag flog noch ein Erlenzeisig und ein Grünfink ein, letzterer legte sich mit den Meisen an.

Samstag, Februar 06, 2010

Winterruhe beendet

I can see you !
Aha, Eichhörnchens haben die Winterruhe beendet. Sie wohnen auf der verwilderten Insel gegenüber, auf der sie auch in den hohen Bäumen ihre Kobel haben. Hin und wieder statten sie meinem Garten Besuch ab. Regelmäßiges Ziel sind die Haselnussbüsche im Spätsommer, und unsere Kiefer zu jeder Jahreszeit.
Dieses Mal waren sie zu zweit und erklommen die Kiefer. Die ersten Annäherungen sollen ja Ende Januar/ Anfang Februar zwischen den Geschlechtern stattfinden, vielleicht war das ja so ein erstes Kennenlerndate nach der Winterruhe. Es ging sehr friedlich zu, einer lief locker hinter dem anderen her. Dabei habe ich schon ganz andere wilde Jagden zwischen Männlein und Weiblein erlebt. Natürlich wollte ich mir das mit der Kamera näher ansehen, aber die Hörnchen hier sind sehr scheu, so dass sie bei meinem Anblick sich in höhere Äste zurückzogen und neugierig herunterschauten.
Was will die ?



Freitag, Februar 05, 2010

Alter Schwede...

Kartoffelkeimmikado
Oder auch : Donnerlittchen, da hat sich doch der 'Blaue Schwede' zu früh entschlossen seine Keimruhe aufzugeben und seine Trieb auf die Suche nach Licht geschickt. Grund: Falsche Lagerung und Vergesslichkeit der Gärtnerin. Ob man die noch retten kann? Eigentlich hatte ich vor sie jetzt 'vorzukeimen', aber langsam und in der vorgeschriebenen Reihenfolge.
Meine Experimente mit der blauen Kartoffel 'Vitelotte' hatte ich ja im Blog schon einmal beschrieben, wunderte mich damals über die äußerst knappe Ernte und Winzigkeit der Kartoffeln. Wie ich inzwischen erfahren habe, war das völlig normal, zumal Vitelotte eine Kartoffel ist, die nicht unbedingt für den Norden Deutschlands angepasst ist. Auf der Grünen Woche sah ich eine Kiste gefüllt mit Vitelotten wieder, die noch winziger als meine Kartoffeln waren...tröstlich zu sehen, dass Brandenburg eben kein 'Vitelotte' Land ist, und nicht unbedingt meine gärtnerischen Fähigkeiten Ursache waren.
Laut einem älteren Herrn auf einem Markt. soll die Kartoffelsorte' Blauer Schwede' auch gute Ernten in Brandenburger Landen erzielen. Wenn ich sowieso nur wenig Platz für Gemüse habe, möchte ich wenigstens auch etwas mehr als eine Mahlzeit ernten.
Laut Wikipedia ist der Blaue Schwede eine mehlig kochende Kartoffel, diese Quelle meint, sie wäre weitgehend fest kochend. Wir werden sehen; ich habe mir jetzt sechs Kartoffeln aus meinem Kartoffelkeimmikado herausgepickt, die noch nicht all zu weit vorgetrieben waren und werde versuchen, sie bei niedrigen Temperaturen mit viel Licht weiterzukultivieren.....alles in der Hoffnung, dass irgendwann auch hier der Schnee schmilzt!

"Bringet mich wieder nach Hause..."

  »Hinaus in die Ferne, for'n Sechser fetten Speck, den eß ick jar zu jerne, den nimmt mir keener weg, ...