Montag, Februar 12, 2018

Fool's Garden


Nachdem mich ein typischer Erkältungsvirus und das ebenso typische Berliner Februarwetter wie jedes Jahr miese Stimmung aufkommen ließen, und meine gärtnerischen Ambitionen runtergedimmten , habe ich heute wenigstens mal etwas herumgegoogelt. (Thema:Zitrusgärtnerei)

Die Zitruspflanzen warten genauso wie ich einen Frühlingsstart, aber als Mittelmeergewächse haben sie in ihrem Winterquartier nicht ganz ihre Aktivitäten eingestellt.

Meyers Zitronen sind trotz Winters ausgereift, weil sie genau diese kühlen Temperaturen dazu brauchen. Sie werden auf dem Dachboden bei Bedarf gegossen, also etwa alle drei Wochen. Aber wie man auf den Fotos sieht, ist mein Zitronen-Exemplar fast kahl, einer der Kumquats hat volles Blattkleid, der andere kränklich aussehende Laubblätter , nur der Chinotto sieht so aus, wie ich es mir wünsche. Verstehe einer die Zitrusgewächse. 
Bei meiner Recherche habe ich inzwischen herausgefunden, dass es neue Erkenntnisse zur Düngung gibt...Dünger...Hobby-Gärtners liebstes Kind... wenn Pflanzen kränkeln... habe ich manchmal den Eindruck.... in den einschlägigen Foren wurde das schon ausgiebig ventiliert.

Die neuen Untersuchungen (siehe obigen Link) in den großen Orangerien im Lande Sachsen, zeigen ja auch, was zuviel des Guten bewirkt. Man düngte mit den üblichen Mehrstoffdüngern, und es kam zu einer Akkumulation des Phosphors...wo Zitruspflanzen eher wenig Phosphate  brauchen. Erwähnt wird aber dort ebenso, dass das richtige Substrat auch einen große Rolle spielt.Die Pillnitzer mischen sich das jetzt selbst aus eignem gedämpften Kompost, Torf ( finde ich nicht so gut) Kokosfasern, Lehm und gebrochenem Lavagranulat. 
Na, das habe ich eigentlich als erstes gemacht als ich die Pflanzen damals kaufte. Ich hatte meinen Kompost selbst sterilisiert ( im Backofen), habe Bentonit als Lehmersatz und Lavagranulat untergemischt. Aber wie ich erkennen kann, ist das sicher nicht die alleinige Ursache für den so unterschiedlichen Zustand meiner Kübelzitrusse. Aber immerhin war ich schon auf dem richtigen Weg. 
Gleichzeitig mit den Untersuchungen in Pillnitz hatte auch die Technische Hochschule Geisenheim Anstrengungen unternommen, das Rätsel  einer optimalen Düngung der Hobby-Zitruspflanzen zu untersuchen. Auch hierzu steht etwas in dem angegebenen Link. 
Und hier  sind von der einschlägigen Hochglanzzeitschrift alle 2008 festgestellten Erkenntnisse zum Thema Düngung, Gießen, Überwinterung zusammengefasst. wunderbar und verständlich  .
Was nehme ich für michpersönlich mit aus meiner Recherche? 
War ich bisher immer sehr vorsichtig meine Zitrusse mit dem hier sehr kalkhaltigen Leitungswasser zu gießen, und nahm deshalb im Sommer das Regenwasser aus der Tonne, kann ich jetzt bedenkenlos aus der Leitung zapfen."Der Bedarf der Pflanzen an Kalzium ist so hoch, dass er weder über handelsübliche Flüssigdünger noch über eine direkte Kalkung gedeckt werden kann."  ..
Ich könnte natürlich auch: ".... den Kalziumbedarf Ihrer Zitruspflanze mit Kalksalpeter decken (im Landhandel erhältlich), der in Wasser aufgelöst wird."
Außerdem brauchen die Pflanzen  mehr stickstoffhaltigen Dünger als bisher vermutet.
Ob sich der Handel schon darauf eingestellt hat, ich hatte nämlich- allerdings nur im Sommer- immer mit speziellem Zitrusdünger gedüngt. Ich werde mir demnächst mal die Deklaration der einschlägigen Produkte durchlesen. Denn da kann ich ja nichts selber mischen.

Nach so viel Theorie, etwas Praktisches. Meyers Zitronen wurden in Konfitüre verarbeitet., zusammen mit Ingwer .Und da Zitronen sehr viel Pektin enthalten, musste ich noch nicht einmal Gelierzucker dazu verwenden, Einmachzucker reichte vollkommen.



Kommentare:

  1. Na dann, lasst es euch schmecken. Wir haben seit "ichweißnichtwieviel" Jahren einen geschenkten Zitronenbaum hier rumstehen, das kann man wohl sagen, er denkt nicht dran zu blühen, von Früchten ganz zu schweigen. Hast du eine Erklärung dafür? Er sollte schon ein paarmal entsorgt werden, bekam aber immer noch Schonfrist, z.Zt. steht er draussen und bei Bedarf wird er abgedeckt, bis jetzt ist es ihm gut bekommen.
    Liebe Grüße
    von Edith, der Naturwanderin ( ich schreibe immer extra Naturwanderin, weil es noch eine Edith gibt)

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    1. Hallo Edith, könnte es sein, dass dein Zitronenbäumchen selbst gezogen ist? Das erkennst du daran, dass sie Dornen bilden. Die haben dann eine sehr lange Jugendzeit...bis sie dann nach vielen Jahren anfangen zu blühen. Es könnte aber auch sein, dass die Veredelungs-Unterlage durchgeschlagen ist....Und außerdem brauchst du optimale Temperaturen bei der Überwinterung. Ein schwieriges Feld die Zitruspflanzen....ich bleibe dran ;-)
      LG Sigrun

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Liebe Katrin, die hatte ich nun noch nie an Zitruspflanzen. Aber die sind immer ein Hinweis darauf, dass die Standortbedingungen suboptimal sind: zu warm im Winter ( meine müssen teilweise 5° aushalten), zu wenig Licht, zu trockene Luft, zu eng...
      Und dann sind die einzelnen Arten auch offenbar unterschiedlich empfindlich, wie man ja auch an meinen Zitruspflanzen erkennen kann.
      LG Sigrun

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  3. Liebe Sigrun,
    das ist ein sehr interessanter Post. Zitruspflanzen üben auf mich immer einen gewissen Reiz aus, aber ich habe bisher nie eine gekauft, weil ich mir ziemlich sicher war, dass sie eingehen würde und ich dieses Schicksal der Pflanze ersparen wollte, aber mit Deinen Infos, die mir sehr fundiert erscheinen, wage ich vielleicht doch mal einen Versuch.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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