Dienstag, Juli 31, 2007

Sommerflieder

Admiral auf Buddleia




Heute ist es kalt, nass und regnerisch, kein Schmetterlingswetter. Die Aufnahme ist an einem der sonnigen Sommertage im Juli entstanden, die es in diesem Monat auch gab.


Der Sommerflieder ( Buddleia davidii ) ist ein Strauch, der mich an meine Kindheitstage erinnert, weil wir an ihn immer Schmetterlinge gejagt haben, rücksichtslos und grausam, ohne von irgendeinem Erwachsenen ermahnt zu werden, dass Schmetterlinge zarte Geschöpfe sind, die groben Kinderhänden nicht gewachsen sind.

Seit wir hier einen Garten haben, habe ich immer wieder erleben dürfen, wie etliche der Buddleias die Winter nicht überlebten. Dabei sind das Sträucher, die es sich in anderen Länder als Neophyten gemütlich machen und heimisch werden. In England habe ich gesehen, dass Strassenböschungen über und über mit ihnen bewachsen sind. Auch in klimatisch günstigeren Bundesländern, wohl auch in den Berliner Innenstadtbezirken hat er inzwischen Unkrautcharakter. Und wie ich aus unserem mikroklimatisch nicht so begünstigtem Teil des Berliner Umlands berichten kann, habe ich im Sommer des letzten Jahres zum ersten Mal auch einen Sommerflieder als Unkraut in meinem Garten erleben dürfen! Er hat sich bevorzugt in den Pflasterlücken der Zufahrt zum Grundstück ausgesät. Einen dieser Sämlinge hatte ich umgepflanzt, nicht damit gerechnet, dass er gleich in diesem Jahr zu einem Kleinstrauch heranwächst und dann auch noch blüht. Auch über die Farbe bin ich hell erfreut: ein altmodisches Lavendellila. Ich bin begeistert, wenn auch nicht unbedingt über die Stelle, an der er jetzt steht . Auch Schmetterlinge hatten ihn schon entdeckt.
So sah der Sämling im vorletzten Sommer aus:

Samstag, Juli 28, 2007

Verbänderungen

Fortsetzung von gestern: Es gibt aber noch weitere Pflanzen zu sehen, die verbändert sind. Während bei den Pflanzen gestern viele Triebe Verbänderungen zeigen, ist bei den folgenden immer nur eine Blüte, bzw. ein Trieb betroffen.

So entdeckte ich eine etwas unförmige Blüte bei den sich selbst ausgesäten Sonnenblumen, genaues Hinsehen ergab,, dass nur der Blütenstiel verbändert ist.

Sonnenblume

Linksbündig

Sonnenblume




Oder diese Blüte von Lippia dulcis sieht geradezu komisch aus, wenn man sie mit den normalen Blüten vergleicht.
Lippia dulcis Lippia dulcis

Der deutsche Name der Pflanze lautet 'Aztekisches Süßkraut', sie steht als Topfpflanze draußen, trägt ihren Namen zurecht. Das Kraut ist extrem süß, deshalb trockne ich immer wieder mal Blätter, zerkrümle sie, vermische sie mit den Blättern der Zitronenverbene oder Pfefferminze und habe so gleich einen gesüßten Tee.

Freitag, Juli 27, 2007

Mumien, Monstren, Mutationen

Wer in den Siebziger Jahren im dritten Fernsehprogramm des NDR das Gruselkabinett gesehen hat, kennt den Titel meines Postings. Aber auch die Hobbygärtnerin kennt die Begriffe aus dem echten Gartenleben. Man spricht von Fruchtmumien, die zurückbleiben,wenn Monilia ( Pilzkrankheit bei Pflanzen) heranwachsende Früchte vertrocknen lässt . Monströses Wachstum bei bestimmten Pflanzen,also eine Missbildung,hat durchaus auch gartenbaulichen Wert, beispielsweise in Form einer "Schlangenfichte".
Und Mutationen sind überhaupt erst die Grundlage jeder Züchtung im gärtnerischen Bereich.



Verbänderung


Vorletztes Jahr habe ich mir die Staude Veronicastrum virginicum Sorte 'Rosea' gekauft, ohne zu ahnen, dass das Exemplar nicht nur durch die Farbmutation Rosa meinen Garten bereichern wird, sondern auch noch durch Verbänderungen an fast allen Blütentrieben. Ich war begeistert als ich das letztes Jahr bei ihrer ersten Blüte entdeckte. Die Frage war dann nur, ob diese Verbänderung stabil ist oder im Folgejahr wieder auftreten wird.
Sie tauchte wieder auf, allerdings an nur drei Blütentrieben.





Virginischer Ehrenpreis

Eine andere stabile Verbänderung zeigt die Drachenweide, die ich als Uferbefestigung an das Fließ gepflanzt habe, im Winter sind die Verbänderungen am besten zu erkennen. In einem Forum habe ich die Aussage gelesen, dass Schnitt des Baumes diese Verbänderungen noch intensiviert. Also schneide ich reichlich, die Kätzchenweide ist als erster Vasenschmuck im Frühling immer besonders attraktiv. Nur blühen darf sie dann nicht, da mein pollenallergischer Mann sicherlich etwas dagegen hätte....




Drachenweide

Auf die Idee darüber zu berichten brachte mich Claudia aus dem wilden Gärtnerblog, bei ihr wächst eine verbänderte Stockrose. http://www.das-wilde-gartenblog.de/category/alles-was-waechst/
Mehr über Verbänderungen in meinem Garten gibt´s morgen!

Dienstag, Juli 24, 2007

Wandern im Elbsandsteingebirge

Es war heiß...jedenfalls sobald man den kühlen Grund des Elbsandsteingebirges verließ. Unten echtes Kellerklima, oben schweißtreibende Hitze. Es war ein Erlebnis, diese Woche wandern mit meiner kleinen Schwester im Elbsandsteingebirge rund um die Bastei.
Das erste Foto ist erst am späten Abend zum Sonnenuntergang auf der Bastei entstanden.


Elbsandsteingebirge

Im Kommentar merkt Barbara an, dass die klimatischen Verhältnisse anders sein müssen als man sie sonst im Gebirge kennt. Das Elbsandsteingebirge ist ein Mittelgebirge
( höchste Erhebung der Tafelberg mit 562 Meter) mit Extremen. Die Höhenunterschiede zwischen schroffen Felsen und den dazwischenliegenden engen Gründen sind beeindruckend, wenn man durchwandert. Im Weg der Teufelsschlüchte war es durch die heruntergefallenen Brocken teilweise so eng, dass wir auf allen Vieren hindurchgekrochen sind. Wir hatten unseren Spaß,die Durchgänge waren teilweise so eng, dass beleibtere Menschen ab neunzig Kilo Probleme gehabt hätten. Natürlich stellten wir uns vor wie man dort steckenbleiben könnte...
Die klimatischen Verhältnisse sind daher auch sehr unterschiedlich, hoch oben auf den Plateaus trocken und sommerheiß und unten eben angenehm kühl, man spricht auch von "Kellerklima". Diese Klimaumkehr ist typisch für das Elbsandsteingebirge.
Elbsandsteingebirge
Elbsandsteingebirge

Montag, Juli 23, 2007

Heureka



Das gute alte Buch erweist sich manchmal bei der Informationsbeschaffung immer noch ergiebiger als das weltweite Netz...aber wahrscheinlich liegt es nur an meiner dilettantischen Recherche, dass ich keine Anwort auf meine Frage nach der Bedeutung der roten Bestandteile der Päonienfrucht gefunden habe. Barbara (siehe Kommentar) konnte immerhin in ihrem Päonienbuch folgende Aussage finden "seed pods opening to show a brilliant cerise lining". Es kommt ganz selten zu reifen Samen, die dann auch brauchbar wären für das Vermehren der Pflanze." So wusste ich dann immerhin schon, dass die magentaroten Körner vermutlich sterile Samen sind.
Das Netz half mir dann nicht weiter bei der Antwortsuche, wieso eine Pflanze gleichzeitig sterile und fruchtbare Samen bildet, erst ein Blick in ein botanisches Buch in meinem Bücherschrank half mir weiter. In Peter Leins "Blüte und Frucht" (Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion, Ökologie) zeigte mir, dass die Vielgestaltigkeit der Früchte und Samen bei Pflanzen als Ausdruck einer Form der Anpassung an die "vielfältigen Ausbreitungsmöglichkeiten" zu verstehen ist. Wie die Bienchen dabei helfen Pollen zu transportieren, haben Pflanzen weitere tierische Helfer, die ihnen bei der Ausbreitung ihrer Samen helfen.
"Molly The Witch" ,wie die Paeonia mlokosewitschii bei den Engländern genannt wird, ist wirklich eine Hexenmeisterin. Ihre Balgfrüchte (das ist die korrekte botansiche Bezeichnung für ihre Samenverpackung) setzen bei der Verbreitung der Samen auf "Endozoochorie", d.h. pflanzenfressende Tiere fressen den Samen, diese durchwandern den Darmtrakt und werden mit dem Kot wieder ausgeschieden. Diese müssen also relativ resistent gegen den Darmsaft der Tiere sein.
Für die Art der Ausbreitung der Diasporen (Same oder Frucht bei den Spermatophyta) ist
ihr Bau von Bedeutung: Durch Tiere verbreitete Früchte sind deshalb oft fleischig und intensiv gefärbt, besonders wenn Vögel angelockt werden sollen, die sich ja nicht so sehr über den Geruchssinn orientieren . "Vorherrschend sind dabei rote Farben, manchmal verstärkt durch einen Schwarz-Rot-Kontrast. Die Größe der Diasporen ist oft korreliert mit der Größe der ausbreitenden Tiere."

Trotzdem bleiben einige meiner Fragen unbeantwortet:

Wieso bildet Molly in meinem Garten nur die sterilen Locksamen aus, aber keine, die ihr bei der Verbreitung tatsächlich einen evolutionären Vorteil verschaffen?

Oder ist mir einfach nur entgangen, dass die Vögel meines Gartens bereits auf Mollys Trick hereingefallen sind?

Montag, Juli 16, 2007

More Magenta

Mehr Magenta
Paeonia mlokosewitschii



Molly the Witch zeigt ihre magentafarbenen Zähne. Sieht gefährlich aus. Letztes Jahr hatte sie auch schon ein paar, diesmal sind es gleich vier Samenbehälter, die aufplatzen. Wenn ich die Samenbehälter der Paeonia mlokosewitschii mit denen auf den Fotos im Netz vergleiche, muss ich allerdings feststellen, dass die schwarzen Kugeln (sind das die eigentlichen Samen??) fehlen.

Weiß jemand mehr darüber? Eine Suche im Netz ergibt bisher noch nichts!

Samstag, Juli 14, 2007

Magenta


"Magenta bezeichnet eine rotblaue Farbe, die auch als helles Purpur bezeichnet wird.
Magenta war eine der ersten künstlich hergestellten Anilinfarben. Sie wurde 1859 kurz nach der Schlacht von Magenta erstmals hergestellt und nach dem damals aktuellen Ereignis benannt."
So steht´s bei Wikipedia, sie kommt aber auch natürlich vor , wie man hier sieht.
Ist schon seltsam, dass eine Farbe nach einer Schlacht benannt wurde. Ein wenig aggressiv wirkt sie durchaus.

Riesenspinat


Baumspinat...Chenopodium giganteum. Wenn er noch so klein und zart ist, hat er eine absolut einmalige Farbe und ist viel zu schade zum Essen als Spinat, zumal wenn er gekocht wird, diese Farbe verliert. Schade eigentlich, magentafarbener Spinat, das wär doch was.
Chenopodium giganteum -giant spinach is a wild, edible plant , the leaves are a combination of purple and magenta, very unsual for a plant. The plant grows 2-6 feet tall with 1-2 inch colorful leaves. I never use the leaves and cook them, they lose their colour then by the way..pity....wouldn´t it be nice to have a magenta spinach?

Mittwoch, Juli 11, 2007

Nachtrag zum Stnkenden Perikon


Nachtrag zum Stinkenden Perikon
aus "Pflanzen des Mittelmeerraums" Ulmer Naturführer"
Hypericum Hircinum
Bocks-Johanniskraut

Familie: Guttiferae
Habitus: Immergrüner, 30 -100 cm hoher Strauch, Zwiege braunrot, 2-kantig
Blätter: gegenständig, 2-6,5 cm lang, schmal-lanzettlich oder breit-eiförmig,
beim Zerreiben oft mit Bocksgeruch

usw.




Dienstag, Juli 10, 2007

Zitronig ? Smell of Lemon?


Zitronig?

Smell of Lemon?


Das Johanniskraut des Herrn Rühlemanns habe ich ja nun schon länger, er pries es in seinem Katalog als nach Zitronen duftend an. Ich warte eigentlich noch heute darauf, dass es tatsächlich so riecht und hatte immer angenommen, dass es an meiner persönlichen Geruchsempfindung liegt, dass ich beim besten Willen so etwas nicht wahrnehmen konnte. Also googelte ich herum und fand sowohl bei den Niederländern oder auch bei den Dänen - ich bin beider Sprachen nicht mächtig- eine ganz andere Beschreibung von Hypericum hircinum. In dänisch findet sich die Art des Geruchs sogar im Namen wieder: "Stinkende Perikon" http://da.wikipedia.org/wiki/Stinkende_Perikon

In den deutschen Links der Gärtnereien wird das Kraut jedoch überschwänglich als nach Zitronen und nach Eukalyptus duftend angeboten. Also bin ich mit meiner Einschätzung nicht alleine, das Kraut riecht unangenehm, es stinkt.

Stinken tun mir auch andere Aussagen und Beschreibungen mancher durchaus renommierter Gärtnereien,auf die ich "hereingefallen" bin. So habe ich in einer anderen Ruprechtskraut (Geranium rupestris) gekauft mit der Aussage, es hätte eine wunderschöne Herbstfärbung. Stimmt auch unter bestimmten Bedingungen, aber es ist auch eines der hartnäckigsten Wildkräuter im Garten, das sich überall, so auch mitten in den Stauden aussät. Oder ...vor Jahren wieder bei Rühlemanns gekauft.. Kroatzbeere. "Die Dornen sind so klein, dass sie nicht stechen, sondern kratzen. ...Die Kroatzbeeren haben einen feinen Geschmack, vergleichbar mit Brombeeren. ...Sie ist nicht so ausladend wie ein Brombeerbusch.... lobhudel, lobhudel. Sie ist unter meiner Kiefer derart invasiv und breitet sich trotz ständigen Herausreißens (behandschuht) ständig aus, Kroatzbeeren habe ich trotz Sonne nie probieren können.

Es wäre schön, wenn manche Gärtnereien auch durchaus auch mal die Schattenseiten mancher Pflanzen erwähnten .

Immerhin hat das stinkende Johanniskraut wunderschöne Blüten!

Sonntag, Juli 08, 2007

Unkraut erwünscht

Green Thumb Sunday



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Weed wanted


Diese Eselsdistel wollte ich schon immer mal im Garten ansiedeln, da ich ihre imposante Gestalt hier in der Umgebung häufiger gesehen habe, meistens auf den begrünten Seitenstreifen, die es hier überall noch gibt. Aber Aussaat klappte nie. Jetzt hat sich hier eine von selbst eingefunden, eingezwängt zwischen Färberginster und einem Hartriegel. So kommt der eindrucksvolle Habitus der Pflanze gar nicht zur Wirkung. Aber auch die Einzelblüte macht was her.
Eselsdistel Blüte
Onopordum acanthium

Zitat aus Dumonts Große Pflanzenenzyklopädie:
"Eselsdisteln säen sich reichlich selbst aus und können in großen Rabatten, leicht verwilderten Gärten oder Kiesgärten gehalten werden." Ja, ich muss zugeben , der mittlere Standortvorschlag trifft momentan auf meinen Garten zu.

Interessant ist auch wieder der Name, laut Wikipedia bedeutet der wissenschaftliche Namen „dornige Eselblähung“, abgeleitete aus der Wirkung der Pflanze auf Esel. Außerdem wird dort berichtet, da diese Distel ein Symbol der Schotten ist, sie dort auch 'Scotch Thistle' genannt wird.
Mein Schottlandurlaub ist ja nun schon etwas her ( 1980), aber ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, diese Distel dort jemals gesehen zu haben. Es gab da jede Menge anderer wunderschöner Disteln, aber Eselsdisteln????
Interesting what I found in a book written in English language about herbs, which I bought in England when I was on leave there...centuries ago....: "Reader´s of ...'Winnie the Pooh' will know how fond donkeys are of thistles, and the botanic name of this herb derives from the Greek onos meaning "an ass", and 'pedron', meaning "I disperse wind. This perhaps provides a clue why the character Eyore led such a solitary and sorrowful existence."
I always wanted to have this plant in my garden, amongst most Germans considered as a weed. But I love this huge ornamental plant. I tried to sow it several times, but never succeded. This time one of these thistles grew by itself squeezed in between two shrubs.

Samstag, Juli 07, 2007

Dachbegrünung

Zwischen zwei Regengüssen kam hier die Sonne heraus und bei einem Blick aus dem Wohnzimmerfenster entdeckte ich doch tatsächlich einen Schmetterling auf einer der Thymianblüten. Ich bin dann kurz mal auf unser Flachdach geklettert, um ihm näher zu kommen. Er verharrte auch einige Zeit dort, schien sehr hungrig/durstig zu sein. Trotzdem ist leider kein scharfes Bild von ihm entstanden.
Flachdach ganz


Dachgarten Pfauenauge
...und mein Wohnzimmerblick auf das Gründach impressionistisch bearbeitet
Fensterbild impressionistisch

Frühlingserwachen zum ersten...zum zweiten...und zum dritten?

Endlich scheint der Frühling sich entschlossen haben doch noch ins Land zu ziehen. Die öden und deprimierenden Tage und Nächte des Kah...